„Aber Alkinoos Hess den schönen Laodamas jetzoEinzeln mit Halios tanzen, denn Niemand -wagt' es mit jenen.Jetzo, nachdem sie den Ball gradauf zu schwingen versuchet,Tanzten sie leicht einher an der Nahrungsprossenden Erde,In oft wechselnder Stellung; und andere Jünglinge klappten,Stehend im Kreise dazu; es stieg ein lautes Getös' auf.Doch zu Alcinous sprach der göttergleiche Odysseus:
Weitgepriesener Held Alkinoos, mächtigster König,Siehe, du rühmetest dich der trefflichsten Tanzer auf Erden,Und du behauptest den Ruhm; mit Staunen erfüllt mich der
Anblick!"
(Ebendas. 370. 371. 377 — 384.)
DIess ist die Scene, die Canova auf diesem Bas-reliefdargestellt hat. Neben dem alten Könige sitzt Areta, die Mut-ter der jungen Tänzer, die ihre Spiele mit der Aufmerk-samkeit und dem Stolze betrachtet, welche ihr kunstreicherTanz einflösst. Nausicaa, zerstreut, wendet ihren Kopf ge-gen Ulysses, mit dem Gefühle der Neigung, die Minerva ihrgleich anfangs im Herzen erweckt hat. Aber Ulyss, der aucheinen Platz auf den Stufen des Thrones einnimmt, ist in seineTräumereien versunken ; das Glück dieses Hauses presst demVerbannten, dem Vater, dem Gatten, Seufzer aus.
Der blinde Demodocus rührt die Leyer. Trotz seinenverloschenen Augen folgt er noch den Bewegungen, welchedie Figuren um ihn her bilden müssen, die seine Melodieandeutet.
An den zahlreichen Zuschauern dieser Scene bemerktman eine grosse Mannigfaltigkeit der Stellungen und des Aus-drucks. Die jungen Mädchen drücken Staunen aus, dieJünglinge leidenschaftliche Eifersucht, einige Kinder eine sonaive Bewunderung, dass sie in der Seele der Beschauereine süsse Fröhlichkeit hervorbringt. Man betrachte beson-ders den Kleinsten: eine seiner Schwestern hält ihn zurück,indem sie zwei ihrer Finger auf die Stirne legt, die er gernmöchte höher emporheben können.