Nachträge und Berichtigungen zum ersten Bande. 505
NA. XVIII, S. 274—281, nachgewiesen, dafs im Cod. Farf. s. IX,welchen Waitz nicht benutzt hat, die ganze Translationsgeschichtefehlt; es sind Miracula, in welche die Geschichte im 9. Jahrhunderteingeschoben ist, aber wohl lange nach Karl dem Grofsen, von welchemder Vf. sie gehört haben will. Auch das Jahr 755 ist so wenig ge-sichert, wie die Anwesenheit Pippins.
S. 153, Anm. 1. Die Schrift von Ch. Cuissard über Leben und SchriftenTheodulfs ist gedruckt in den Mem. de la Societe archeol. de l'Or-leannais 1892, S. 1—350.
S. 153, Anm. 5. Dungais Brief an Karl d. Gr. steht im Cod. Phill. 1784,Ciarom. 700, s. Val. Roses Verz. S. 393.
S. 155, Anm. Z. 9. Dafs Wicterp wirklich Regensburger Bischof ge-wesen ist, darf nach seiner Erwähnung in den Versus de ordine com-prov. episcoporuin doch wohl nicht bezweifelt werden.
S. 155, Anm. 1. Die Vorrede des Claudius v. Turin (vgl. unten S. 207und Nachtr.) zum Matthäus-Commentar, den Hraban ausnutzte, ist aneinen Abt Justus gerichtet. Darin hcifst es: Anno 815 . . . postquampius ac mitissimus princeps sanctae Dei ecclesiae catholicae filius Chlu-dowicus anno secundo imperii sui caelesti fultus auxilio adversus bar-baras nationes movisset exercitum, teque abeunte et discedente expalatio jam dicti principis ad tutum dilectumque tibi semper tui mo-nasterii portum, injunxisti mihi" etc. Val. Rose, Verz. d. Meerman-Hss. (Berlin 1892) S. 96.
S. 158, Anm. 3. Die Salzburger Formeln, Formulae Salicae Linden-brogicae bei Zeumer S. 265—284, behandelt R. Schroeder, NeueHeidelb. Jahrbb. II, S. 165—171, und weist nach, dafs sie wahrschein-lich aus St. Aman d stammen und auf Arns Veranlassung für baierischenRechtsgebrauch umgearbeitet sind, doch so, dafs hierdurch auch salischeFormeln in das Urkundenwesen eindrangen.
S. 159. „Alcuin und the Rise of the Christian Schools, by AndrewFleming West, Prof. in Princeton College", New-York 1892, einBand der Sammlung: „The great Educators" schildert seine Lehr-thätigkeit und deren Nachwirken, bei Hraban wieder eingehend ver-weilend. Bei manchen Verstöfsen in einzelnen Angaben verdient esübrigens alle Anerkennung. — Ueber die A. zugeschriebene Homilien-sammluDg s. NA. XVIII, 701.
S. 160. Ueber Alcuin ist zu vergleichen: E. Dümmler, Zur Lebensge-schichte Alchuins, NA. XVIII, S. 51—70. Er ist danach aus ange-sehenem und begütertem Geschlecht in Northumberland, nicht nach-weislich in York, um 730 geboren. — "Wann A. ins Frankenreich ge-kommen ist, wissen wir nicht; noch 786 nahm er an Synoden in seinerHeimath Theil und scheint deren Beschlüsse abgefafst zu haben. Sichersind die von mir genannten Schüler erst später gekommen. Auchnachdem A. die Abtei des h. Martin 796 erhalten hatte, hielt er sichdoch noch viel am Hofe auf, und erst 801 zog er sich ins Kloster zurück.