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bei D. Jose Godoy Alcäntara: Historia critica de los falsos cronicones,Madrid 1868, aber der Victor kommt darin gar nicht vor.
Bei der Legende vom Pabst Silvester kann es zweifelhaft erscheinen,ob sie den lügenhaften Fabrikaten oder den eigentlichen Fälschungen zu-zurechnen ist. Gewifs ist sie mit der Absicht zu täuschen geschrieben,und vermuthlich in Rom gegen Ende des fünften Jahrhunderts zu hierarchi-schen Zwecken erfunden. Der lateinische Text findet sich handschriftlichund ist in dem Sanctuarium des Mombritius im 2. Bande gedruckt; esgiebt auch eine griechische Uebersetzung. In Ableitungen ist die Spurdes sauberen Machwerks an vielen Orten kenntlich; namentlich hat Vincenzvon Beauvais es ausgiebig benutzt. S. darüber Döllinger, Pabstfabelndes Mittelalters (1863) S. 52—61; L. Weiland, Forsch. XIV, 467; DeutscheChroniken II, 23.
Völlig trügerisch ist das Leben des h. Maximilian, von dem be-hauptet wird, dafs er im dritten Jahrhundert Bischof von Lorch gewesensei. Verfertigt ist es nach der nicht viel besseren Legende des h. Pelagius,und vermuthlich in Zusammenhang mit der Herstellung der verfallenenPassauer Cathedrale durch den Bischof Bernhard von Prampach, welcher1291 den Märtyrern Maximilian und Valentin in der Mitte der Kirche einneues grofsartiges Grabdenkmal errichten liefs. Da auf ein Ereignifs von1265 Bezug genommen wird, können wir von einer eigentlichen Fälschungnicht reden. Bedenklicher ist das Leben des h. Valentin, der ohne allenGrund zu einem Bischof von Passau im fünften Jahrhundert gemacht ist,weil darin angeblich verwitterte Bleitafeln benutzt sein sollen, welche mitder ersten Auffindung des Heiligen zur Zeit des Pabstes Calixt (1119 bis1124) unter Bischof Udalrich (1092—1121) in Verbindung gebracht werden.Jetzt bei der neuen Auffindung und feierlichen Erhebung, d. i. doch wohl1291, sollen sie sich gefunden haben. Hansiz Germ. Sacra I, 65 cf. 441glaubt ihre Abfassung in die Zeit der Translation von 768 setzen zukönnen, doch ist der Text augenscheinlich jünger, und die Existenz derTafeln überhaupt zweifelhaft. Vgl. Acta SS. Jan. I, 368; Muchar, Gesch.Stoierm. II, 142; Rettberg I, 158. 220; Dümmler, Piligrim von PassauS. 79. 187. 188. Ratzinger ist dagegen in den Hist. pol. Bl. LXXXIH,700—703, für die Abfassung 768 eingetreten.
Mit dergleichen Bleitafeln suchten die Canoniker von Haslach undvon St. Thomas in Strafsburg den Besitz der Reliquien des h. Florentiusgegen einander zu erweisen, nach einer Urkunde des Bischofs Burchardvon 1143, die ich aber auch für unecht halte; s. Charles Schmidt, Histoiredu Chapitre de Saint-Thomas de Strassbourg (1860) S. 287. Wiegand imUrkundenbuch der Stadt Strafsburg I, 70 erklärt sich für die Echtheitder Urkunde.
Die Blätter, welche der Verfasser der Legende von Eucharius, Va-lerius und Maternus in der Asche der verbrannten Stadt Trier gefundenhaben will, haben sicherlich eben so wenig der Wirklichkeit angehört, vgl.darüber Friedrich, Kirchengeschichte Deutschlands I, 93.