Druckschrift 
2 (1894)
Entstehung
Seite
239
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Amatus. Wilhelm von Apulien. Falco. 239

begleitete, Latinus, wie ihn Anna nennt, was Wilmans nicht alsEigenname gelten lassen wollte, obgleich er doch als solcher nichtselten vorkommt; er vermuthete in ihm den Archidiaconus Johannesvon Bari, welcher auch die Auffindung des h. Sabinus beschriebenhat 1 ). Sein Werk ist verloren, aber die Nachrichten jener beidenWerke erhalten durch diese Annahme eine festere Begründung. DasHeldengedicht des Wilhelm von Apulien zeichnet sich durchguten Versbau und Reinheit der Sprache aus; gerichtet ist es anden Herzog Roger, Robert Wiscards Sohn, und Pabst Urban II wirdals derjenige genannt, dessen Wunsch den Verfasser besonders ver-anlafst habe, diese Arbeit zu übernehmen; weiter ist uns aber überden Verfasser nichts bekannt 3 ).

Zu erwähnen ist auch noch das Chronicon monasterii S. Vincentiiad Vulturnum 3 ), welches der Verfasser, ein Mönch Johannes, 1108in Benevent dem Pabst Paschalis II gezeigt und dessen KanzlerJohannes (später Gelasius II) überreicht hat. Es ist jedoch eineganz formlose Arbeit, fast nur Urkundensammlung, mit fabelhaftenNachrichten über die Vorzeit des im achten Jahrhundert gestiftetenKlosters, und reicht bis 1059.

Dagegen gehört zu den wichtigsten Quellen über Unteritalienim Anfang des zwölften Jahrhunderts «die Chronik des Falco,Richters zu Benevent (11021140), die namentlich über alles, wasBenevent betrifft, sehr genau und ausführlich ist 4 ).

Schliefslich ist noch zu erwähnen, dafs Alberich von MonteCassino zur Zeit Gregors VII der erste Verfasser eines Lehrbuchesfür die neue Disciplin der Anleitung zum Briefstil gewesen ist.

J ) R. Wilmans über die Quellen der Gesta Roberti Wiscardi desGuillermus Apuliensis, im Archiv X, 87121. F. Hrsch hat die Benutzungalter Annalen von Bari im ersten Theile des Gedichtes genauer untersucht.

2 ) Guillermi Apuliensis Gesta Roberti Wiscardi ed. R. Wilmans, MG.SS. IX, 239298. Ferner steht uns die Geschichte Siciliens bis 1099 vonGaufredus Malaterra, Murat. SS. V, 537602, vgl. oben S. 238 Anm. 1.Auch der Verfasser der Gesta Dei per Francos, ein eifriger Verehrer Boe-munds, gehört Apulien oder doch Italien an, nach Gurewitsch, Forsch. XIV,171. Ein Subdiaconus Petrus in Neapel paraphrasirte und übersetzte um1094 Heiligenleben, s. oben I, 308, Anm. 5.

3 ) Muratori, SS. I b , 325523. Das darin, aber schwerlich unverändert,aufgenommene Leben der Stifter Paldo, Tato und Taso, von Autpertf,welches schon Paulus Diaconus benutzt hat, ist hieraus aufgenommen indie SS. Rer. Langobard. von Waitz, p. 546555. Ueber Reste von Ge-mälden saec. IX in der Crypta mit Bild des Abts Epiphanius, Bullett.di Archeol. erist. 1886, S. 6.

4 ) Falconis Beneventani Chronicon bei Muratori SS. Rer. Ital. V, 82 bis133. Del Re, Gronisti Napoletani p. 5. Unter Innocenz H war der Vf.Scriba Saeri Palatii, dann Judex Beneventanus.