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im Erdgeschosse war bisher die Landesbibliothek aufgestelltgewesen. Diese wurde in die obere Etage verlegt und an ihreStelle trat der Antikensaal. Erst 1836 wurde dazu überge-gangen, die Räume der ersten und zweiten Etage des nach demRheine hin gelegenen Schlossüügels als Ateliers einzurichten.
Nachdem der gedachte freie Raum des eingestürzten nörd-lichen Flügels zur Errichtung des Ständehauses gewähltworden, wurde mit dessen Bau begonnen und am 5. Au-gust 1845 von Sr. Majestät König Friedrieh Wilhelm IV.der erste Stein gelegt. Nach Vollendung des Ständehauseswurden alsdann auf den im Schlosshofe liegenden ArkadenRäume für neue Ateliers und für das Kupferstichkabinetgeschaffen und zuletzt der Bildhauerklasse das Erdgeschossdes südlichen Flügels mit andern Räumen im Erdgeschossedes Rheinflügels und unter Benutzung des bisherigen Haupt-eingangs zum Schlosshofe als Zimmer, überwiesen.
Auf diese Weise hatte das Schloss allmählig seine völligeInstandsetzung und Verwendung gefunden, als in der Nachtzwischen dem 19. und 20. März 1872 auf eine bisher nochnicht genügend aufgeklärte Weise Feuer darin entstand unddas Gebäude wieder in den Zustand zurückversetzt wurde-in den es im Jahre 1794 durch das Bombardement der Fran-zosen gebracht worden war.
Bereits gegen Mitternacht des fraglichen Tages wolltenPersonen, die den Burgplatz passirt hatten, Brandgeruchverspürt haben, jedoch erst gegen 2'^ Uhr wurde daswachthabende Brückenpersonal auf der stehenden Schiffbrücke,da diese oberhalb des Schlosses über den Rhein führt, aufden hellen ungewöhnlichen Schein in einem der Räume derobern Etage aufmerksam und eilte zur Brandstelle. Wäregleich Anfangs, nachdem der Brand bemerkt worden warund sich noch auf einen geschlossenen Raum beschränkte,genügende Hülfe und Wasser zur Stelle gewesen, so möchteder Brand im Entstehen erstickt worden sein. Allein derin Brand stehende Raum lag unglücklicherweise auf derzweiten Etage und am weitesten von den Treppenzugängenentfernt. Als daher Luft hinzutrat, loderte sofort das bisdurch Qualm erstickte Feuer auf und ergriff die unmittelbaroberhalb gelegenen mit trockenem Holz und Utensiliengefüllten Speicherräume, so_ dass bei dem ziemlich starkwehenden Nordwestwinde bald das ganze Dach des deinRheine zugekehrten Hauptgebäudes und das Dach desStändehauses unrettbar verloren waren. Die von denDächern herabstürzenden brennenden Balken zündeten nun