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Zeit Landgerichts-Gebäude an der Hafenstrasse) war dasKriegskommissariat und der Steuerrath. Der Jülich-BergischeLandtag kam auf dem Rathbause zusammen.
Seit den ältesten Zeiten hatte schon auf dem Schlossedas Landes- und ritterschaftlichc Archiv, sowie die mit derHotkammer verbundene Landrentmeisterei bestanden. Deran der Ecke der Mühlenstrasse gelegene Thurm hatte danachden Namen „Land-Rentmeisters Thurm" erhalten.
Im Schlosskeller wurden die von den Domainengütern er-zielten Weine bis zur öffentlichen Versteigerung aufbewahrt;täglich wurde dem Landrentmeister, den Rechnungsverhörernund den Canzlei-Verwandten aus diesem Weinvorrathe einBecher Wein verabreicht, was erst der Statthalter von Galt-stein abstellte.
Der Rittersaal des Schlosses diente im Winter als Balllokalfür den Adel und die ('kurfürstlichen Räthe. An den Fasinachts-tagen wurde derselbe auch zu bürgerlichen Bällen benutzt.
Nach dem Bombardement von 1794 blieb das Schloss, vonwelchem der nördliche Flügel zwichen dem Thurm an derKrämersirasse und dem Rheine ganz eingestürzt war, sodass der Thurm ganz isolirt stand, eine lange Reihe vonJahren eine düstere unheimliche Ruine, die nach dem Rheinezu mit einem leichten Nothdache versehen und deren zahl-reiche hohläugige Fenster dort mit Planken gegen die West-stürme geschützt waren.
Das erste Niederrheinische Musikfest gab in Ermangelungjedes andern genügenden Raumes zur Abhaltung desselbendie Veranlassung, die hohlausgebrannten Räume als Goncert-saal zu benutzen und demzufolge denselben eine höchstprovisorische Decoration zu geben.
Erst die 1819 erfolgte Neubegründung der im Jahre 1777von Kurfürst Carl Theodor gestifteten, in den Jahren 1806bis 1819 indess verwaisten, anfangs von Cornelius 1821—1825,sodann von Direktor Schadow seit 1827 geleiteten Mal er-Aka-demie, welche in die voi-handencn Räume des Schlosses verlegtwurde, da die Gerichtsbehörden das frühere Gebäude derselbenan der Hafenstrasse eingenommen hatten, machte den alknäh-ligen Ausbau des zerstörten Schlosstheiles zur Nothwendigkeit.
Zuerst wurde das mit dem Schlosse zusammenhängendeGallerie-Gebäude, soweit es disponibel war, eingerichtet undbereits im Jahre 1828 das unter den ehemaligen Gallerie-sälen befindliche Salzmagazin in ein neues Gebäude hinterdem Schlosse verlegt und die gewonnenen Räume zu Klasseneingerichtet. Iri dem gegenüberliegenden Flügel und zwar