glie Burg zu Düsseldorf ist wohl ohne Zweifel an derStelle errichtet, wo der alte Sahlhof lag, aus weichern dasDorf und die spätere Stadt hervorgegangen ist. Die zudiesem Sahlhofe gehörigen Ländereien, welche nördlich vondem untern Arme der Dussel zu suchen, sind zumeist vonden zu jedem grösseren Gute erforderlichen Arbeitskräften,namentlich Handwerkern behaut worden, denen sich wiederumHandeltreibende und Krämer anschlössen (daher Krämer-strasse), so dass allmählig das Dorf entstand, von dem wiraus den frühesten Zeiten nur wissen, dass ein grösseresAckergut, welches als kurmödiges Gut bezeichnet wird, daringelegen hat. Die Eigenschaft desselben als Kurmöde setzteinen Haupthof voraus, den wir dann in jenem Herrenhofefinden, dess-en Stelle jetzt das Schloss einnimmt. Es warhier ganz dasselbe Verhältniss vorhanden, wie es von Vol-merswerth urkundlich feststeht, woselbst die Äbtissin zuSchwarzrheindorf den Haupthof, die Familie Jngen Hovedas Kurmödgut besass. Das Kurmödgut zu Düsseldorf ge-hörte zu Ende des 13. und zu Anfang des 14. Jahrhundertsder Familie von Derendorf. Es lag unmittelbar östlich nebender Kirche (jetziges Eckhaus von Thoelen und Nachbar-gebäude) an der Dorfstrasse und wurde von Godeschalkvon Derendorf seinem Sohne Heinrich, welcher Priester undzwar wohl beim Stifte zu Düsseldorf war, als Erbtheilgegeben und sodann von diesem dem Kapitel zu Düsseldorfim Jahre 1303 geschenkt. Diese Besitzung findet sich mittelstUrkunde vom Jahre 1366 am St. Johan Baptist Tage zureinen Hälfte seitens des Stifts an Eheleute Luytgen hermansson up dem Broichge in Erbpacht gegeben, wobei besondershervorgehoben wird, dass wenn das gepachtete Gut ledigoder dem Lehnhrren fällig werde mit Kurmöde, alsdanndie Erbpächter und deren Erben die Kurmöde zur einenHälfte, Dechant und Kapitel dieselbe zur andern Hälfte zuzahlen hätten.
Druckschrift
Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf von seiner Gründung bis zum Brand am 20. März 1872
Entstehung
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten