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Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf von seiner Gründung bis zum Brand am 20. März 1872
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noch zurückgebliebenen Einwohner flohen jetzt entwederaus der Stadt oder bargen sich in die Keller, und dachtennicht, an Löschanstalten oder Retten. Oestreicher, Pfälzerund Gesindel benutzten dagegen die allgemeine Verwirrungund erbrachen und raubten, wo sie konnten. Das Bom-bardement dauerte zwei ' Standen, nur ein Soldat in derCaserne kam dabei um's Leben. Das Schloss brannte voll-ständig aus und nur dem günstigen Winde war es zu danken,die churfürstliche Bibliothek und das Gailerie-Gebäudeverschont blieben, die Gemälde-Gallerie selbst war geflüchtet.

Wie bereits erwähnt, hatte das Schloss während der ganzenRegierungszeit Kar! Philipps gar nicht und während der Re-gierung des Kurfürsten Carl Theodor nur einige Male alsResidenz dos Kurfürsten gedient. Kurfürst Karl Philipp(17161742) hatte alles bessere Mobilar, Gemälde und Kunst-sachen seines verstorbenen Bruders Johann Wilhelm ausdem Schlosse zu Düsseldorf wegschaffen lassen, namentlichseitdem er sich mit der Stadt Heidelberg wegen des Erb-begräbnisses in der dortigen reformirten Hauptkirche 1720überworfen hatte und so nah wie möglich bei Heidelbergin einer öden Gegend sich eine neue Residenz zu Mannheimgegründet hatte. Der Hauptbau daselbst war das Schloss,von 17201729 erbaut, wohin das meiste Mobilar des Düssel-dorfer Schlosses hingeschafft wurde und der SchwetzingerGarten, bestimmt die Oede in ein Paradies zu verwandeln.

Im Jahre 1736 ging der Kurfürst sogar mit dem Projekteum, die Reiterstatue des Kurfürsten Johann Wilhelm aufdem Marktplatze zu Düsseldorf in zwei Hälften zu zer-schneiden und nach Mannheim bringen zu lassen.

Als aber Kurfürst Carl Theodor im Jahre 1746 die Ab-sicht kund gab, die Länder Jülich und Berg zu besuchenund einen Aufenthalt auf dem Schlosse zu Düsseldorf zunehmen, musste das Schloss zur Aufnahme des Hofes wiedervollständig möblirt werden und wurde Alles Notlüge zu demEnde aus der Pfalz den Rhein hinab befördert.

Da Düsseldorf ausser der alten Kanzlei, ein sehr be-schränktes Gebäude am Markt in unmittelbarer Nähe desSchlosses und des Rathhauses, bis ins 18. Jahrhundert keineöffentlichen Gebäude für die Reffierunars- und Gerichtsbe-hörden aufzuweisen hatte, so wurden die Hofkammer unddas Oberforst- und Jagd-Amt unter Carl Theodor in dasSchloss verlegt. In der eben' gedachten alten Kanzlei tagteder Geheimrath, das Appellationsgericht und der Hofrath.In dem sogenannten Hundheimischen Hause (bis in letzter