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Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf von seiner Gründung bis zum Brand am 20. März 1872
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scholaster, cüster, seligeren und anderen canonichen indaltaristen, der zo samen veirtzich synt, van gründe gebuwetind gestiebtet hait Ind dar Inne vil loevelichs heyldoms vanmannichen heiligen ind van rnannichen steden mit groissevlysse ind arbeyde gekregen ind erworven.

Herzog Wilhelm hatte in richtiger Würdigung seiner ZeitAlles darauf verwendet, die von ihm neu begründete Stadtund das Slift zu einem besondern Glänze zu erheben, nament-lich aber durch Sammlung und Erwerbung von Reliquienund durch eine grosse Clerisey, bestehend wie oben bemerktaus 40 Geistlichen. Insbesondere aber hatte er von PapstBonifacius dem TSieuntcn grosse Indulgenzen zu einer Heilig-thumsi'ahrt erwirkt, wie sie Trier, Aachen, Cöln und dieAbtei Gladbach besassen, welche in Düsseldorf im Jahre1394 in so grossartiger Weise stattfand, dass die LimburgerChronik derselben besonders erwähnt.

Nun bestand daneben vor dem Liebfrauenthore die vonWallfahrern aus ganz Rheinland und Westphalen besuchteKapelle des wunderthätigen, bereits erwähnten Muttergottes-bildes in der damaligen Vurstadt.

Ueber dieser Kapelle wurde um diese Zeit, grösstentheilsaus den vor jenem Bilde gesammelten Opfergaben undSpenden, eine zweisehiffige Kirche aufgeführt, so dass dasalte Kapellchen in die obere Hälfte des Südschiffs dieserKirche zu liegen kam. Diese Kirche, das jetzige Montirungs-depot, hat nach der innern Ausführung, namentlich derPfeiler- und Gewölbe-Construction, entschieden den nämlichenBaumeister gehabt, der die Stiftskirche unter Herzog Wil-helm gebaut hat. Ihre letzte Vollendung, speziell der Kreuz-gewölbe, fallt in die Jahre 1430 bis 1440.

Ueber die Fertigstellung dieser Kreuzgewölbe enthaltendie Hospitalsrechnungen besagter Jahre das Nähere.

Aber auch in der nüwen Stat am Ende der Bolkerstrasse(die Häuser Nr. 61 und 63) an der Ecke des damals nochnamenlosen Hundsrückens wurde von Herzog Wilhelm eineneue Kirche begonnen^ deren das Testament der 1400gestorbenen Hofdame der Herzogin Anna, Christina vonWinheim (vulgo Juffer Tynen) in einem Legate für dieseKirche gedenkt.

Es erhielt also jede der drei vereinigten Stadttheile, dieAltstadt, die Vorstadt und die neue Stadt je eine Kirche,vorläufig jedoch nur mit dem Rechte einer Capelle (ohnePfarr-Jurisdiction), wie sich ebenfalls bis gegen Schluss des16. Jahrhunderts drei Rath- oder Bürgerhäuser, für jeden