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Es ist wahrscheinlich, dass diese Sachlage den ersten Im-puls dazu gegeben hat Düsseldorf zur beständigen Residenzzu erheben, welcher Plan im Laufe der Zeit noch mehr da-durch motivirt wurde, dass Agnes von Cleve ein hohesAlter erreichte und noch bis zu ihrem Tode im Jahre 1356im Besitze von Angermund mit dem Titel Herrin zu Anger-mund blieb.
Graf Gerhard überlebte sie nur kurze Zeit, indem er 1360auf der Rückkehr vorn Turnier zu Metz zu Schieiden mitdem ihm längst verfeindeten Grafen Arnold von Blanken-he.jiii zusammernannte, so dass beide todt auf dem Platzeblieben.
Seine Wittwe Margaretha hatte nur einen Sohn Wilhelm,der bei dem Tode seines Vaters noch minderjährig war. Sietrat in Gemeinschaft mit diesem ihrem Sohne die Regent-schaft an.
Ihre Regierung brachte die Einkünfte des Landes baldauf einen hohen Grad der Blüthe, da sie als Frau und nochdazu in tiefer Trauer beinahe keine Repräsentationskostenhatte, und sie und ihr Sohn wegen des jugendlichen Altersan den Fehden der benachbarten Herren nicht theilnahmenund durch Bündnisse und Verträge mit den INachbargebietenvor Beunruhigung des eignen Gebiets geschützt waren.
Für das Frauengemüth, was durch den jähen Tod desGemahls tief erschüttert war, konnten die Jagden der Wald-schlösser Burg, Bensberg und Windeck keinen Reiz haben,dagegen bot die Stiftskirche zu Düsseldorf mit ihrer Geist-lichkeit dem Drange nach religiösem Tröste Nahrung undmochte das dortige Schloss zum Lieblingsaufenthalte derGräfin Wittwe gemacht haben.
Wir finden dies einigermassen bestätigt, indem Margaretha,obgleich sie ihrem verstorbenen Gemahle ein mit dessen undihrer Statue geschmücktes reiches Grabmonument in derAltenberger Abteikirche zum gemeinschaftlichen Begräbniss-platze hatte errichten lassen, dennoch in der Lambertuskirchezu Düsseldorf wohl auf iiiren ausdrücklichen Wunsch nachihrem Tode auf dem Schlosse Düsseldorf im Jahre 1384beigesetzt wurde.
Ihre besondere Vorliebe für die Stiftskirche zu Düsseldorf,welche sie mit ihrem Sohne Wilhelm theilte, äusserte sichnamentlich darin, dass Margaretha und Wilhelm 1386 sämmt-liche Stiftsgüter welche der Canonicus Ludwig zu Düsseldorf1316 vorbehaltlich seiner Leibzucht jenem Stifte geschenkthatte, gegen die Verpflichtung zu einem Jahrgedächtnisse