Druckschrift 
Geschichte des Schlosses zu Düsseldorf von seiner Gründung bis zum Brand am 20. März 1872
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
 

9

südlichen Kellerwand herumgeklopft, als wir ein dumpfesGetöse hörten, welches an einer offenbar zugemauerten Stellelaut wurde. Die Folge war, dass Spedi eur Hartmann dortbrechen liess und den südlichen Keller unter dem Hofe ent-deckte, wofür er denselben 12 Jahre lang miethfrei benutzendurfte. Die Absperrung dieses südlichen Kellergewölbesscheint daher einer späteren Zeit anzugehören, als der Baudes Langhauses, denn sonst würde man schon damals stattdes schweren Tragbogens eine Fundamentmauer dorthin ge-setzt haben und scheint es auch somit, dass der alte Bau,wie er auf den erwähnten Kellergewölben errichtet war, nochbestand, als das Langhaus angebaut wurde. "Wie späterausgeführt werden soll, hat um 1510 oder 1511 hier einBrand stattgefunden, welcher den kranken Herzog Wilhelmzwang, sein Lager in dem Hause des Stiftsscholasters zunehmen.

Was ferner zu erwähnen ist, so hat das neuangebauteLanghaus und der südliche Schlossflügel mit dem Schloss-thore im Erdgeschosse schwere feuerfeste Gewölbe, wie siedie Mauern der altern Schlosstheile nicht zu tragen vermoch-ten. Die Umfassungsmauern selbst sind circa 78 Fussdick, während jene durchschnittlich mehr als um die Hälfteschwächer sind. Von Schiessscharten oder sonstigen Einrich-tungen, welche auf den Gebrauch von Feuerwaffen undGeschützen zur Zeit der Erbauung auch dieses Theilesschiiessen lassen, findet sich am- ganzen Schlosse keine Spur,die grossen Kelleröffnungen nach dem Rheine zu sind starkvergittert und bestehen noch in ihrer ursprünglichen Gestalt,so dass sie zur Aufpflanzung von Geschützen nie verwandtworden sind. Der Schluss daher, dass die Vollendung desganzen Schlosses zu Düsseldorf vor Anwendung der Geschützefällt, verdient seine volle Berechtigung.

Mit dem Schlosse in innigstem Zusammenhange laufen amRheine aufwärts nach dem Zollthore hin die Seitengebäudefür die Domestiken. Das ganze Terrain bis zum Zollthor,oder dem früher so genannten neuen Zollhaus als solchesIm Jahre 1442 in den Empfangslisten des Werftgeldes be-zeichnet gehörte ursprünglich zum Schlosse, weshalb dieserganze Theil auch, von Herzog Wilhelm erbaut, mit einemvom Schlosse bis zum Zollthore fortlaufenden Friese auswechselnd aufstehenden und liegenden Ziegelsteinen versehenist, welches Fries sich bei den dortigen Seitengebäuden desSchlosses unter dem Dachgesimse wiederholt. Der achteckigeThurm daselbst, welcher zwischen dem alten Schlosse und