man die Flöhe husten hört. Wo das blosse Ohrnichts vernimmt, da wimmelt es unter ihm vonKlangfiguren. Die leisesten Vibrationen werdenzu stärksten, erschütterndsten Tönen ; jede, auch dieunscheinbarste Bewegung ist mit einem lauten Ge-räusch verhunden. Das .Herz schlägt mit sei-sei Spitze leise an die innere Brustwand an,und du glaubst die „klirrenden Sporen"' einesgeharnischten Ritters zu hören. In den Arteriender an Chlorosis, der Liebeskrankheit (morbus ama-torius) Leidenden vernimmst du in den Bewegun-gen des matt dahin rieselnden kranken Blutes diewunderbarsten Töne, bald wie das „lockendeGirren von Turteltauben'', bald wie sanftesKlagen von „Harmonikatönen", bald wie dasergreifendste Seufzen und Stöhnen von Gei-stern „wie wenn der Wind durch eineThür spalte oder durch ein Schlüssellochbläst". Man lese nur darüber die Werke derMeister der Sthetoskopie, wie sie sich von senti-mentalen Empfindungen hingerissen, gleichsam wiebezaubert, in ihren romantischen Naturschilderun-gen einander zu übertreffen suchen.
Wenn nun dieses so ist, muss man sich dann nicht
darüber wundern, dass diese Kunst und Wissenschaf t im
Verhältnisse zu dem Ausserordentlichen und wahrhaft
-■Bewunderungswürdigen, was sie bietet und leistet, nur
eine so geringe Verbreitung und Anwendung unter de-