VI VOBWOBT
kräuterverzeichnisse: die durchsieht der noten auf s. 469—587 des vorliegendenbandes wird jedermann davon überzeugen, dass ohne jene alten glossare, in wieunzulänglicher gestalt sie auch vorliegen, der ganze Pflanzenreich über sehr iebeneabschnitt ein wirres, unverständliches chaos hätte bleiben müssen, auf der andernseile ersah ich, dass von der klassischen philologie weitere aufschlüsse über pro-venienz und werdeprocess der meisten sonst in betraeht kommenden glossengruppenvorläufig nicht zu erhoffen ständen, so entfiel jeder stichhaltige grund, die fort-seizung meines Werkes noch länger hinauszuschieben: ich nahm daher die arbeitwider auf, nachdem der druck der Denkmäler beendet war.
Zunächst erwies eine modificalion der früher in aussieht genommenen glie-derung des Stoffes sieh als notwendig, im vorwort zum ersten teil s. x hatte esgeheifsen: 'der dritte band bringt die alphabetischen, nicht zu nachweisbaren einzel-•werken gehörigen, und die nach sachlichen categorien geordneten vocabulare sowiedie tier- und jt/lanzennamen . aber seit 1879 war der glossenvorrat so stark an-gewachsen, dass zu seiner bewälligung ein band nicht ausreichte, falls nicht einhöchst unhandlicher wälzer von weit über sechszig bogen entstehen sollte, fernerdurften die alphabetischen vocabulare ihren platz nicht vor, sondern mustert ihnhinter den sachlichen erhalten, da mancher abschnitt auch von diesen (zb. daselfte buch des Summarium) alphabetisch angelegt ist. daher umfasst jetzt derdritte band nur die sachlich geordneten glossare, während die alphabetischen nebstden Adespotis, den nachtragen zu band 1. 2 und den hssbeschreibungen die erstehälfte des vierten einzunehmen bestimmt sind, welche, so gotl will, ende des jahres1896 erseheinen wird.
Mit der geringen ausbeute, welche das Corpus glossariorum latinorum fürdie Hauptmasse der deutschen sachglossare gewährt, hängt deren von mir getroffeneanordnung zusammen, indem sie dem zufällig erhaltenen höchst lückenhaftenmalcrial sich anpasst, bleibt sie eine rein äufserliche; den inneren zusammen-hängen der verschiedenen Sammlungen unter einander vermag sie nicht gerecht zuwerden, weil mangels reichlicher alter formen die verbindenden fäden sieh zwarahnen aber nicht blofs legen lassen, neue funde können datier das gewählteordnungsprineip leicht durchbrechen oder doch kreuzen, ich unterscheide dreiableilungen: Qruppenglossare, Einzelglossare und Mischungen — die namen gebeich übrigens gerne preis, wenn jemand sie mit besseren vertauschen will —, vondenen die beiden letzteren eng zusammengehören. unter Mischungen verstehe ichconglomerate und reste verschiedener einzelglossare, die reinliche sonder ung nichtmehr gestatten, oder auszüge aus solchen, die in ihrer willkür und kürze das bildder ursprünglichen anläge bis zur Unkenntlichkeit verwischt liaben. wie derartigemischungen entstanden, ist unschwer zu begreifen, wenn man beispielsweise den(Jim. 14689 (Bibl. 7. Em. 31. bei Graff) sich vergegenwärtigt, hinter gll. zubiblischen und profanen buchern enthält er eine reihe sachlicher vocabulare. nebenihnen ivurden bl. 46 b —48 a an den obern, untern und seitenrändern, zum teil vonandern händen und der gestalt, dass die spätem Schreiber jeden von ihren vor--