( 59°)Nach zwei Jahren ging er wieder über den Rhein,um sich an den Sueven zu rächen, nicht aber weil sieFeinde der Ubier waren, sondern weil sie ihn belei-digt und den Trevern Hülfsvölker geschickt hatten.Cäsar hatte den Argwohn, die Ubier hätten Gemein-schaft mit den Sueven; sie mußten sich deshalb durchGeſandten entſchuldigen. Er nahm die Entſchuldigungan, und bediente sich ihrer als Verräther der Sueven;zeigte aber dabei sein gutes Herz und befahl: „utPecora deducerent, suaque omnia ex Agris in op-pida conferrent“ (Das sie ihr Vieh abführen undalle ihre Sachen von ihrem Gebiete in die Oppidabesorgen sollten.)In diesen Worten liegt etwas Grosses verborgen,was in keinem Commentar zu finden. Unter dem WorteOppida werden hier keine gemauerten Orte verstanden,denn die Ubier hatten jenseits des Rheins keine der-gleichen, sondern gewisse dichte Waldgegenden, diemit Wällen und Graben zur Sicherheit umgeben wa-ren. Allein woher weiß man, daß hier Oppida der-gleichen Waldgegenden heissen? Cäsar antwortet selbstan einer andern Stelle und sagt, daß bei den Bri-tannern solche Orte Oppida hiessen: was also beiden Britannern gilt, dies gelte auch wegen Aehn-lichkeit der Sitten bei den Römern.Julius Cäsar schlug wieder eine Brücke überden Rhein, führte seine Legionen hinüber und giengauf die Sueven los; diese hatten sich indessen in denHarzwald gezogen. Er hielt sich daher nicht langebei den Ubiern auf, nahm den Ruckzug nach 18 Ta-gen über den Rhein, brach einen Theil der Brücke
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