Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
57
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(57)Gold und Silber gehalten und keine Münzen gekannthätten? Allein dieser Taritus sagt auch dagegen,daß jene teutschen Völker Nachbaren der Römer wärenund wegen dem Handel einen Werth auf Gold undSilber gelegt hätten. Die Ubier hatten mithin alsNachbaren der Römer Gelegenheit, Geld kennen zulernen.Welches war nun die Natur dieser Zinsbarkeiteines Volks gegen das andereDie Zinsbarkeit entwürdigt zwar die Nation, wel-che Zins geben muß, weil sie dadurch ihre Schwächezu erkennen giebt; jedoch macht sie die Zinsbarkeitnoch nicht abhängig. Zinsbarkeit und Unabhängigkeit können also zusammen bestehen. Die GewohnheitTribut zu bezahlen, war in den alten Zeiten sehr ge-bräuchlich; die Schwächern kauften dadurch die Be-freiung der Drückungen, von den Stärkern ab. Schonim alten Testament kommen zinsbare Nationen vor:z.B. die Juden; in der Reichsgeſchichte: die Na-tiones Selavicae, Poloni; auch in der geistlichen Ge-schichte, nämlich des mittlern Zeitalters, kommt jenerberühmte Tribut (sic dictum Denarium S. Petri)vor, wozu sich verschiedene Königreiche, England,Polen, Böhmen und Ungarn, nicht aber Teutsch-land anheischig machten, nicht um die Bedrückungendadurch abzukaufen, sondern unter dem Schein einesAlmosen (wie die Römer es angaben), das abernachher zu einem Zins gewachsen ist, und als eineSchüldigkeit gefodert wurde.Die Ubier, da sie ihre Schwäche fühlten, fingenan, andre Hülfe zu suchen und machten mit Cäsar