(51Römern zeigen, daß er den teutschen Boden alsFeind zuerst betreten habe.Die Absicht des Tacitus war nur, die Menschen-kenntniß zu erweitern; sein Werk; de Moribus Ger-manorum, verräth Wahrheit, und durch das Gemälde,welches er in diesem Werke entwirft, will er die aus-gelassenen Sitten der Römer seiner Zeit beschämen.Da Tacitus, 250 Jahr nach Cäsar lebte, so konnteer mehrere Nachrichten vor sich haben. Er hatte ei-nen Livius vor Augen, weiter den Plinius deBellis Germanorum, Er war selbst eine Zeit-lang am untern Rhein, und war also selbst Augen-zeuge von dem, was vorgienge. Er schrieb ex pro-fesso von den Teutschen, Julius Cäsar aber nurgelegentlich und obenhin. Jedoch muß man dem Cä-ſar zu gut halten, wenn er das Wahre nicht ſo trifft,wie Tacitus, denn Julius Cäsar kannte nur eineoder andere Nation; Sueven, Sicambern, Kat-ten und Ubier; Tacitus hingegen kannte den größ-ten Theil der Teutschen, und im Zeitraume von 150Jahren können ſich die Sitten und Gebräuche derTeutschen um vieles geändert haben.Unser Hillesheim sagt weiter in seinen akademi-schen Vorlesungen: „Können die Ubier als eine Galli-ſche Colonie ausgegeben werden?“Hier fragt es sich, spricht er: Kann eine Nationsich ein ödes Land zueignen?Antwort. Das Land ist entweder in eines an-dern Besitze oder nicht. Ist das Erste, so wäre eseine offenbare Ungerechtigkeit, sich dieses zueignenzu wollen; ist das Land nicht in eines andern Be-
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