Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
47
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(47.)die Ubier wohl so mannhaft und unerschrocken geblie-ben seyn? würden sie sich mit einem so grausamenbarbarischen Volke (wovon die übrigen Teutschen demKaiser versicherten, daß die unsterblichen Götter selbstnicht einmal im Stande wären, dasselbe zu bändigen),würden die Ubier, sage ich, sich damit wohl eingelassen,und auf Tod und Leben als Helden für das Vater-land gefochten, würden sie endlich so zu wiederholtenmahlen den Julius Cäsar zur Hülfe gerufen ha-ben, wenn sie, die Ubier, wie die übrigen Teutschen,keine festen bestimmten Wohnsitze und Länder gehabthätten:2) Wenn man noch näher den wahren Sinn dereigenen oben angeführten Worten des JuliusCäsar prüfen will, so wird es ganz klar einleuchten,daß das Entstehen der Ubier dem von Ambiak, demKönig der Gallier, nach Teutschland gesandten Volks-haufen nicht zuzuschreiben seyeDie Ubier, sagtJulius Cäsar, haben sich wegen der Nähe der Gal-lier an ihre Sitten gewohnt.Aus welchem Satz sich ergiebt: Das größte Be-streben des Julius Cäsar bestande darin, daß erbei den Feldzügen, die er unternahm, auch zugleichsich angelegen seyn ließ, und es sich zum Augenmerkmachte, von jenen Völkern, mit denen er Krieg ge-führt und sie entweder unter seine Botmässigkeitgebracht hatte, oder denen er nach eingegangenenfreundschaftlichen Bundes=Verträgen erlaubte, mit sei-nen Römern Umgang und Verkehr zu treiben, dieNatur, die Denkungsart, die Sitten und Herkunftauszuspähen und so dieses alles durch Commentariender späten Nachwelt zu überliefern.