Druckschrift 
Bd. 1 (1819)
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

(13)durch seine Gnade und Beistand vor allen Irrthümern,unrichtigen Lehren und Sätzen schützen und bewahrenwolle, gleichwie er dieser unsrer Vaterstadt, nach völligeUnter einem und andern Beispiele ist mir einauffallender Vorfall sehr genau bekannt:Ein altes, schon lange ausgestorbenes, sehr reichesund tugendhaftes Geschlecht, die Familie von der St.hatte in einer Pfarrkirche sehr reiche und wohlthätigeStiftungen gemacht. Zum ewigen Anbenken dieser gro-ßen wohlthätigen Handlungen ward eine große Inschriftin der Kapelle derselbigen Pfarrkirche, wo dieses Ge-schlecht seine Grabstätte hatte, eingemauert. Aber auchdiese Grabschrift, dieses öffentliche Denkmal der Erkennt-lichkeit ward vernichtet, und hierdurch das Andenkendieses uralten wohlthätigen Geschlechts aus dem Ge-dächtnisse der Menschen ausgerottet.Es ist bekannt genug, mit welchem Undank ver-schiedene teutsche Aerzte die ruhmwürdigsten Bemühungenund Versuche des um die leidende Menschheit so hoch-verdienten Freiherrn von Störk, Kaiserl. Königl.Leibarztes, herunter zu setzen bemüht waren. Welchenunsterblichen Ruhm hat ja nicht dieser große Arzt ver-dient, da er an seinem eigenen Körper und unter derGefahr seines eigenen Lebens, Versuche mit giftigenPflanzen zum Besten der Menschen gemacht hat?Unsere dankbaren und grosmüthigen Vorfahren soll-ten zum Muster dienen!!! Wie oft haben nicht die-selben durch Freimüthigkeit und durch reiche Belohnun-gen gelehrte und verdiente Männer aufgemuntert?Ich getraue mir zu behaupten, daß, wenn dieSteinschriften nicht grössern Werth als die alten Urkun-den haben, sie doch gleichen Werth mit denselben besitzen.