(12)Diese meine Mühe und Arbeit weihe ich demeinzig wahren, dem besten, dem höchsten Gott, undflehe ihn demüthigst an, daß Er mich und uns alle—hat meines Erachtens beinahe so viel Verdienst, alsjener klassische Geschichtschreiber, der uns eine historischeNachricht mittheilet, die er weder mit einem öffent-lichen Denkmale, weder mit einer Inschrift nochsonst mit einer bekannten Thatsache unterstüzt hat,da er die Geschichte blos erzählt. — Wir sind nichtverpflichtet, den Erzählungen der Schriftsteller allenGlauben beizumessen, weil sie fehlen konnten; wennaber eine Inschrift eine Thatsache darstellet, so kannman um so weniger die Wahrheit der Erzählung bezwei-feln, weil die Inschrift ein öffentliches Denkmal war.— Aus diesem Grunde hat ein Historiker immer eingroßes Verdienst, wenn er der Welt eine unbekannteInschrift, eine Urkunde, oder ein andres altes Denkmal mittheilet.„ 2) Durch, die Inschriften sind die Namen der Götter,denen bald in dieser bald in jener Provinz vorzüglichgeopfert wurde, die Namen ihrer Priester, Magistrats-Personen und so weiter, die Namen der Legionen undCohorten, der Orte, wo sich dieselben aufgehalten haben,die Namen der Städte und Flüsse und viele andrewichtige Nachrichten zu uns gekommen.„Aus mehreren gemeinnützigen Beweggründen habeich seit pielen Jahren diese Steinschriften gesammelttheils um das Andenken mehrerer wohlverdienten Männerzu erhalten, theils um den Inhalt vieler Steinschriftenvom Untergange zu retten; weil der Undank wider Stif-ter und Wohlthäter dergestalt Ueberhand genommen hat,daß bei Wiederherstellung und Verzierung der Kirchen,die Grabschriften und andere Denkmäler entweder gänz-lich vernichtet, oder mit Kalk überschmiert worden.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten