(5Das andere Beispiel gibt Plutarch uns zur Hand,g) welcher ſchreibt, daß, nachdem Fabius die StadtTarent unter die Botmässigkeit des römischen Volkesgebracht hatte, und diese den Soldaten zum Plünderngegeben worden war, der Geheimſchreiber des Fabiusauf seine Anfrage: „quid cum Diis Hostium agen-„dum esset?“ („Was man mit den Göttern der„Feinde anfangen solle?“) zur Antwort erhalten habe:„Relinque Tarentinis Deos suos, quos irritarunt.„ (Lasse den Tarentinern nur ihre Götter, welche diese„ ohnehin genug zum Zorn gereizt haben.“)Allein diejenigen, welche feiner dachten, und klü-ger als der Pöbel seyn wollten, belachten die Narr-heit dieses rohen Volkes, oder wenn sie in gewisserRücksicht gegen das Volk, eben dieselbigen Götter undGötzen=Bilder öffentlich verehrten, so war diese ihreReligion doch nur zum Scheine erdichtet, und vonleerem Gepränge, indem sie eine andere Meinung undeine weit höhere und edlere Idee von Gott in ihrerSeele gefaßt hatten, dem sie göttliche Ehre zollten,und den sie im Stillen anbeteten.Augustinus, dieser helldenkende Afrikaner h) führteinen Menschen aus dieser Schaar an, der zu ihmgesagt habe: „Non ego illum Lapidem Colo,„sed servio ei quem non video.“ — „Quis est iste?“interrogat Augustinus — „Numen quoddam in-„visibile — inquit ille — quod praesidet ei simulacro.“„ (Weder verehre ich, noch bete ich diesen Stein an,—8) in Apophtegm. Rom.h) in Psalm. 96.
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