Vorwort 1X
Nun erhob sich die weitere frage: in welcher folge sollen innerhalb einesjeden glossierten Werkes diese nummern geordnet werden? verschiedene wege botensich: die anordnung konnte nach dem alter, sie konnte nach einem von anfang anfestgesetzten überall gleichen turnus, sie konnte aber auch nach dem verwandtschafts-verhültnis vorgenommen werden, ich habe mich für den letzten weg entschieden,weil er geringere unzuträglichkeilen mit sich brachte als die beiden andern, dennder erste modus erschien allzu trüglich und geeignet, falsche Vorstellungen zu er-wecken, der zweite hätte zwar bei diesem ersten bände der bequemlichkeit des lesersbesser gedient, indem derselbe dann immer sofort gewust hätte, wo er innerhalb einerjeden biblischen schrift die gll. einer bestimmten hs. oder hssgruppe suchen müsse,während er jetzt mitunter ein wenig zu blättern genötigt ist; für die folgenden bändeaber erwies sich dies verfahren als nicht durchführbar, weil dort für jede glossierteschrift neue hss. in belracht kommen.
Ich habe also innerhalb der glossierten bächer diejenigen gruppen vorangestellt,welche zu einander in verwandtschaftlicher beziehung stehen: um die erkenntnisdieser Verwandtschaft zu erleichtern, wurden hinter der einzelnen gl. in eckigenklammem die nummern verzeichnet, in denen das gleiche deutsche wort zur wider-gabe der gleichen textstelle erscheint; ein 'vgl.' vor der zahl deutet an, dass dieIdentität keine absolute ist, sondern geringe abioeichungen stattfinden, wenn die Ver-weisungen nicht ganz vollständig sein oder bisweilen kleine fehler sicli eingeschlichenhaben sollten, so bitte ich das damit entschuldigen zu wollen, dass bei der correclurnicht immer alle die gll. eines buches enthaltenden bogen zur vergleichung vorlagen.an diese näher verwandten gruppen reihen sich die ihnen ferner stehenden und dieganz selbständigen an.
Waren für eine gruppe, wie das in den meisten fällen stattfand, mehrere hss.vorhanden, so sind dieselben durch kleine buchstaben bezeichnet worden, welche ander spitze jeder nummer sich zusammengestellt finden, es hätte nahe gelegen undwar auch anfänglich meine absieht, allen benutzten hss. feste, durch das ganze werkhin sich gleich bleibende siglen zuzuteilen; zweifelsohne würde damit die Übersicht-lichkeit und die benutzbarkeit der Sammlung in Sonderheit für lexicalische zweckegewonnen haben, aber ich muste dem umstände rechnung tragen, dass neues unbe-kanntes material immer noch zuwächst und dass somit ein zahlenmäßiges siglensystemdurch jeden neuen fand wider über den hänfen geworfen sein wurde, eine bezeichnungder hss. aber mit buchstaben würde ebenso compliciert und unbeholfen ausgefallen seinwie seiner zeit Graffs abbreviaturen.
Wenn ich daher auch gern zugestehen will, dass andere arten des Verfahrensmöglich und diesem oder jenem angenehmer gewesen wären, so glaube ich doch ver-sichern zu dürfen, dass ich 7iiemals ohne reifliche Überlegung und stets im Hinblickauf das ganze gewaltige der bearbeitung harrende material vorgegangen bin.
Als zeitliche gränze der aufzunehmenden gll. ist das ende des 11 und deranfang des 12 jhs. festgehalten, man darf sich somit nicht wundern, dass zb. diegl. saluat wol facit der SGaller hs. 19 p. 8 zu Ps. 7 (Hattemer 1, 407") keineaufnähme fand: sie stammt erst von einer hand des 13/4 jhs. her. jüngere hss.wurden nur in soweit benutzt, als sie abschriften älterer vorlagen boten, und daher