viii Vorwort
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aber sie schloss nicht aus, dass wir uns nicht gegenseitig nach besten kräften bei derlösung aller sich erhebenden Schwierigkeiten — und deren waren nicht wenige —zum teil mit zum teil ohne erfolg unterstützt hätten.
Gegen die art der bearbeitung wird, wie ich nicht zweifle, manigfacher tadel,begründeter und unbegründeter, erhoben werden: ich gestatte mir daher, hierwenigstens für einige puncte die principien, von denen ich mich leiten liefs, kurzzu skizzieren.
Von vorne herein erwies sich die beibehaltung derjenigen folge der glossiertenschiften, welche eine reihe grofser sammelhss., wie die Münchner Codices 18140 und19440 (Bibl. 1. und 2.) oder die Monsee-Salzburger collection, bieten, als untunlich.denn diese mss. weichen sowol unter sich wider häufig in der anordnung ab, daseine enthält mehr als das andere, mitunter dasselbe zweimal an verschiedenen orten,als sie auch in ihren einzelnen partien wider nächste Verwandtschaft mit ganz ver-schiedenen einzelhss. der glossierten Schriftwerke aufweisen, es wäre also bei einemsolchen verfahren der umfang dieser Sammlung zum mindesten verdreifacht worden;es wäre das zusammengehörige auseinandergerissen, ein übelstand, dem selbst diegenauesten Verweisungen nur mangelhaft hätten zu steuern vermocht *; es wäreendlich ein wesentlicher zweck dieser arbeil verfehlt icorden. denn es lag mir daran,schon äußerlich der Überzeugimg ausdruck zu geben, dass den einzelnen glossenhss.einer familie kein selbständiger wert innewohne, und vor der weiteren anwendungdes bisher beliebten grundsatzes zu warnen, wonach die gleichen an der gleichen stellein verschiedenen hss. widerkehrenden glossen als ebenso viele selbständige zeugen fürdie existenz des deutschen wortes galten, vielmehr repräsentieren sie alle zusammennur einen beleg, ebenso wie das lx7ca'§ ei(>)]/.ievov eines mhd. Schriftwerkes, auchwenn es viele hss. desselben gedichtes überliefern.
Muste aus den angeführten gründen das glossenmaterial anders geordnetwerden als die Überlieferung an die hand gab, so fragte es sich, nach welchem ge-sichlspuncte das princip der Zerlegung durchzuführen sei. da habe ich denn keinbedenken getragen, denjenigen einteilungsgrund zu adoptieren, der durch die sacheselbst gefordert schien, und habe demgemäfs die sämmtlichen mir bekannt gewordenenglossen zu jeder besonderen schrift als selbständige gruppe dargestellt, doch nichtetwa so, dass ich alle zu einem werke vorhandenen glossen zu einem ganzen in derweise zusammengearbeitet hätte, wie sie beispielsweise Graff im zweiten bände seinerDiutiska für einen teil der Prudentiusgll. in anwendung gebracht hat: wer einmalin der läge war, diese Graffsche Sammlung zum gegenständ seines Studiums zumachen, der wird wissen, wie lästige Schwierigkeiten eine derartige anordnung allenUntersuchungen sprachlicher natur entgegenstellt, vielmehr liefsen sich nur diejenigenglossenhss., welche mehr oder minder direct auf ein gemeinsames original zurück-weisen, in einer nummer vereinigen; die gar nicht oder nur entfernt verwandtenmusten als besondere nrn eingereiht werden.
* die praktische Unbequemlichkeit dieses modus der widergabe zeigt recht augenfälligHattemers erster band, obschon selbst dieser gelehrte gewisse modificationen der hslichenfolge hat eintreten lassen.