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Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797 : in übersichtlichem Zusammenhang mit gleichzeitigen Kriegsereignissen in den Rhein- und Niederlanden [et]c. [et]c. ; nebst Beilagen, darstellend die Belagerung und Gefechte von Mainz [et]c., die standhafte Behauptung Ehrenbreitsteins und andere gleichzeitige Begebenheiten mit besonderer Beziehung auf das hierbei rühmlich betheiligte kurcölnische Regiment und andere Reichstruppen
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404mußten gewiß den Einwohnern derselben wieder in ihrer gan-zen beängstigenden Frische vorschweben, als unter französischerUebergabe folgte, war die Besatzung bis auf 2400 Gesunde und 1500Kranke und Verwundete eingeschmolzen und fast die ganze Stadtin einen Stein- und Aschenhaufen verwandelt. Von allen Kirchenwar nur diejenige der Capuzinessen übrig geblieben; die Einwohnerfristeten ihr Leben in den Kellern. Im Monat Mai 1703 ward Bonnabermals belagert. Die Besatzung bestand aus 6000 Franzosen, wo-von am Ende der Belagerung nur noch 2500 Mann übrig waren.Die Uebergabe erfolgte am 16. Mai nach siebentägigem heftigenFeuer, wodurch die Stadt abermals so zu sagen vernichtet ward.Die Belagerung befehligte der berühmte Herzog von Malboroughund die Artillerie der nicht minder berühmte holländische General Co-horn. Die Beſatzung erhielt mit 6 Kanonen freien Abzug durchdie Bresche an der Windmühle. Marquis d'Allegre war der franz.Commandant.Auf dem rechten Rheinufer hatten die Franzosen, Bonn gegen-über, das Fort de Bourgogne angelegt. Dieses wurde aus 44 halbenund 12 viertel Karthaunen nebst 12 Mörsern, 18 Haubizen und 12Handmörfern beschossen. Der franz. Commandant v. Rabutin wehr-te sich heldenmüthig, ungeachtet dieses fürchterlichen Feuers. Als aberam 9. Mai gegen Abend drei Bataillone Freiwillige, unterstütztdurch 400 Grenadier, mit stürmender Hand die äußern Bollwerkeerstiegen, zündete er Baracken und Gebäude im innern Fort selbst an,um unter dem aufsteigenden Rauch sicherer nach Bonn zu entkommen. Wasnun aber durch Schwimmen sich nicht rettete, mußte theils über dieKlinge springen, theils wurde der Ueberrest der Besatzung zu Gefan-genen gemacht. Hierauf wurde von dem erstürmten Fort aus die StadtBonn mit 60 halben Karthaunen, 40 ſchweren Kanonen und 42Mörsern beschossen, so, daß schon bei anbrechendem Tage die starkeBaſtion bei dem Zollhauſe (alten Zoll) nebſt der Elſbreche überdie Hälfte in Grund geschossen und die bei dem vormals soge-nannten Ochsenthor und der sogenannten Beckerwippe gelegene Re-doute ganz zur Bresche gelegt wurde, wodurch sich in derNacht vom 12. auf den 13. Mai einige Bataillons preußischerTruppen bis auf 30 Schritte des Contreescarpe näherten, die mandes andern Tages, nachdem das Josephsthor mit den anstoßen-den Mauern um 10 Uhr Morgens niederlag, gegen 3 Uhr Nachmit-tags mit 10 Bataillons zu erstürmen anfing, worauf die Belagerten