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Denkwürdigkeiten aus den Kriegsbegebenheiten bei Neuwied von 1792 bis 1797 : in übersichtlichem Zusammenhang mit gleichzeitigen Kriegsereignissen in den Rhein- und Niederlanden [et]c. [et]c. ; nebst Beilagen, darstellend die Belagerung und Gefechte von Mainz [et]c., die standhafte Behauptung Ehrenbreitsteins und andere gleichzeitige Begebenheiten mit besonderer Beziehung auf das hierbei rühmlich betheiligte kurcölnische Regiment und andere Reichstruppen
Entstehung
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153In der Nacht vom 30. auf den 31ten May wurde dasHauptquartier zu Marienborn überfallen.Sechstausend Franzosen zogen in 3 Kolonnen aus derStadt, die eine bei Benzenheim herauf, und die anderegegen Hechtsheim zur Bedeckung. Die dritte Kolonne —von 3000 Mann — aus dem Zahlbacher Grunde schlänglendüber die Chaussee hin und her ging nach Marienborn. Siemarschirten barfuß, und waren so gut geleitet, daß sie über-all die angelegten Batterien unbemerkt umgingen auch keinenPatrouillen begegneten, was dem Umstande mit zugeschriebenwurde, daß in derselben Nacht Landleute zum Abmähen vonFrucht aufgeboten waren, welchen sie nachfolgten. Angekom-men in Marienborn — eben um Mitternacht — umringtensie das Kloster, worin der General Graf Kalkreuth lag,und begannen ein lebhaftes Kleingewehrfeuer. Der Generalerreichte noch sein Pferd, und so groß die Verwirrung war,gelang es ihm doch, die nächst gelegenen Teutschen mit seinergewöhnlichen Kaltblütigkeit zur Vertheidigung zu vereinigen.Die Franzosen waren indessen im ganzen Dorfe eingedrungen,rührten die Trommeln und schrien vive la Nation! die Bat-terien feuerten, preußische Infanterie, die weymarschen Cui-rassiere und sächsische Husaren drangen vor. Es entstand einverwirrtes Gefecht, Prinz Louis Ferdinand führte uner-schrocken, wie immer, die Infanterie gegen den Feind, derdem Ungestüm des Angriffs weichend, sich kaum zehn Mi-unten im Dorf halten konnte. Die Flüchtlinge nach derStadt waren nicht mehr zum Stehen zu bringen, noch einzu-holen, sie ließen 30 Todte und ebensoviel Gefangene zurück.Preußischer Seits wurde der Major de la Viere von Sach-sen=Weymar vom Pferde geschossen, der Rittmeister von VoßAdjutant des Gen. Kalkreuth — bekam eine Kugel durchdie Lunge, woran er nach zwei Tagen starb, mehre Offizierewaren schwer verwundet, und die Regimenter Thaddenund Wegener verloren viele Leute; von Weymar=Cuirassierenwurden eilf getödtet und mehre verwundet; sie büßten zugleicheine Menge Pferde ein, deren 63 auf dem Schlachtfelde la-