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Sendschreiben der gläubigen Herde an ihre hochwürdigsten Oberhirten
Entstehung
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10Menge und besonders der Weiber nur immer gereichen kann, zurEhrerbietung und zum schuldigen Gehorsam gegen die weltlicheObrigkeit und den Staat ermahnt, wird Vielen als Hohn undHeuchelei klingen, um so mehr, weil die klerikalen Blätter undVereine und viele Euch untergebene Geistlichen in ihren Kanzel-reden fort und fort es sich zur Aufgabe gestellt zu haben scheinen,jene Achtung zu untergraben und zu vernichten. Sie sind damitseit Jahr und Tag unablässig geschäftig, ohne daß von Euch auchnur die leiseste Abmahnung oder Mißbilligung des Unfugs bisherergangen wäre, weil ferner der heil. Vater, dem Ihr in Allem,auch in der Politik, wofür er nicht da ist, zu folgen gewohntseid, sich gegen das deutsche Reich mit größter Feindseligkeit aus-gelassen und die gehässigsten, reichsfeindlichsten Schmutzblätter,z. B. das Sigl'sche, Bayerische Vaterland belobt und gesegnet hat.Daß Ihr für Euer Verhalten den Apostelspruch anführt:Man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen (Apostelgesch.C. 5, 29) zeugt in den Augen unterrichteter Männer gegen Euch,denn dies Wort wurde von Petrus keineswegs gegen die weltlicheObrigkeit, sondern nur gegen die Hohenpriester und Tempeldienerangewandt, die den Aposteln verboten hatten, von Christo in ihrerWeise zu reden, gerade so wie Ihr andere Glaubensgenossenschaftenz. B. die Altkatholiken verhindern wollt, in ihrer Weise Gott zudienen.Wo in der heil. Schrift von Gehorsamkeit gegen die Obrigkeit die Rede, dort ist die weltliche Obrigkeit gemeint, ja es heißtdort ausdrücklich:Wer sich gegen die Obrigkeit auflehnt, derlehnt sich auf gegen Gottes Ordnung und Verdammniß wird seinLohn sein. (Röm. 13, 2.)Darum, wenn Ihr Euren christlichen Worten Kraft gebenwollt, so geht mit dem guten Beispiele im Gehorsam voran und