.Gottes Anordnung ihre Berechtigung und führt eine Verschieden-heit der Auffassung auch in Glaubenssachen herbei, die sichdurch keinen Machtspruch beseitigen läßt. Die Geschichte bietetuntrügliche Beweise, wohin die Glaubensüberherrschung durch fremdeNationalität führt. Wir brauchen dabei nur an die Spanier inden Niederlanden zu erinnern. Für katholisch halten wir nur,was zu allen Zeiten von Allen geglaubt wurde. Wir wollen Uebereinstimmung im Nothwendigen und Freiheit im Zweifelhaften,vor Allem und in Allem aber die Liebe, die das allgemeinechristliche Haupt=Symbol bei allen Nationen ist. Sie, die Liebeaber ist es, die in dem durch Eure Widersetzlichkeit heraufbeschwo-renen Conflicte mit Füßen getreten wird. Werden nicht auch vonvielen glaubenstreuen Katholiken die Verfluchungen über abwei-chende Glaubensmeinungen, für die Niemand etwas kann, dieNiemanden verletzen und nur die Herrschergewalt beeinträchtigen,als Widerspruch gegen die Grundlehre des Christenthums erklärt?Die Zerwürfnisse in den Familien, in den Gemeinden, im Vater-lande, die Beunruhigung der Kirche und die widerwärtigen so leichtzu meidenden Bestrafungen ihrer Diener sind Euer eigenstes Werk,hochw. HH., das Ihr bewußt oder unbewußt seit vielen Jahrenvorbereitet und nun endlich in der Ausdehnung gefördert habt,daß das Vertrauen geschwunden, der Frieden gefährdet ist und dasGemeinwohl in allen Beziehungen leidet. Eure Auflehnung gegenDie Gesetze haben die Grundlage der Gesellschaft, die Achtungvor Gesetz und Obrigkeit erschüttert und einen innern Zwiespaltder Gewissen hervorgerufen, der bei dem Einen zu völliger Miß-achtung der Religion, bei dem Andern zum Hasse gegen Gesetzund Obrigkeit, gegen den Kaiser und das Vaterland ausschlägt.Daß Ihr in Eurem Sendschreiben, nachdem Ihr alles vor-gebracht habt, was zur Aufreizung der gedanken= und urtheilslosen
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Sendschreiben der gläubigen Herde an ihre hochwürdigsten Oberhirten
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