11—widersetzt Euch nicht länger in Preußen den Gesetzen, die Ihrin andern Staaten ohne Widerspruch befolgt. Ihr seid ja nichtda zum Herrschen und Verfluchen, sondern zum Segnen und Be-lehren in Liebe. (I. Petrus 5, 2 u. 3.) Auch seid Ihr nichtda, den römischen Monsignori als Knechte zu dienen, wie etwadie Jesuiten in willenlosem Kadavergehorsam ihren Obernunterworfen sind, sondern Christo, von dem Ihr EuerHirtenamt empfangen habt. „Wie sollte meine Freiheit vondem Gewissen eines Andern gerichtet werden?“ (I. Korinth.10, 29.)Für uns, für des deutschen Volkes sittliche Wohlfahrt, nichtfür die Herrschgelüste des Vatikans, seid Ihr zu Eurem hohenHirtenamte berufen, nicht dem Wälschthum uns als dessen Sclavenzu überliefern, sondern im wahren Christenthume und als Freiezu erhalten, (Galater 5, 13.) nicht das herrschgierige Rom inweltlicher Macht zu stärken und zu unserem zwiefachen Nachtheilezu bereichern mit den Peterspfennigen, die als schmählichster Tributdem frommen Glauben abgepreßt werden, sondern das Vaterland,das Ihr in Wirnisse bringt und in seinen höchsten Gütern schä-digt, mit dem Lichte des Glaubens und den Spenden des Heileszu beglücken. Dem Vaterlande, das Euch die ehrwürdigen Hirtenstühle gebaut, Euch vertrauensvoll darauf erhoben und mit denMitteln eines fürstlichen Lebensglanzes ausgestattet hat, steht derrechtmäßigste Anspruch auf Eure Treue zu. Uebet sie, auf daßIhr im Buche der Geschichte nicht dereinst in solcher Schmach undSchande stehet wie der Bischof Albert von Straßburg unter demLobe des Papstes in der Bulle vom 5. Dez. 1484. Wir wissen,was wir vom Staate, der für unsere Wohlfahrt sorgt, und waswir von der Priesterschaft haben.Darum lenket ein, beruhigt die aufgeregte Menge, bändigtdas Raubthier des Fanatismus, unterwerft Euch dem Gesetz,
Druckschrift
Sendschreiben der gläubigen Herde an ihre hochwürdigsten Oberhirten
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten