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Sendschreiben der gläubigen Herde an ihre hochwürdigsten Oberhirten
Entstehung
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5oldenburgisches 2c. Die Wahrheit hat nur eine Zunge und zweiGewissen erinnern an die zwei Zungen in Einem Munde.Und doch trotz aller dieser Unbegreiflichkeiten wollen wir un-terstellen, daß Ihr in gutem Glauben die Anzeigeals der vonGott gewollten Freiheit (?) der von Gott gegebenen Verfassungund von Gott offenbarten Lehre der kath. Kirche widerstreitendverweigert; denn wir sehen es ja an unseren Frauen und Töch-tern, wir sehen es an der von allem Nachdenken entwöhntenMenge, daß diese Eure Ansicht theilen, weil es ihnen der HerrKaplan zur Vorschrift macht, so zu glauben, wie Ihr diese Vor-schrift von Rom, vom heil. Vater erhalten habt. Müssen wires doch zur Ehre der Menschheit annehmen, daß auch Eure Amts-vorgänger oder doch viele von ihnen in gutem Glauben es alsverdienstliches Werk gepriesen, die Ketzer und Hexen zu verfolgen,und viele Hunderttausende unschuldiger Menschen in die Folter-kammern und auf den Scheiterhaufen zu liefern. Diese EureAmtsvorgänger waren ja auch gelehrte alte und sonst verständigeMänner und durch das Geheiß des heil. Vaters, z. B. durch dieBullesummis desiderantes des Papstes Innocenz VIII. zu derAnsicht gebracht, daß es ein verdienstliches Werk sei, Weiber zumartern und lebendig zu verbrennen, weil sieGewitter mitHagel, Nachtfröste, Viehseuchen, Mäuse, Heuschrecken und dergl.hervorgezaubert und mit dem Teufel in Geschlechtsumgang gelebthaben sollten. Wenn wir aber wissen, daß Bischöfe früherer Jahr-hunderte auf des Papstes Geheiß an jenes Hexenwerk so fest ge-glaubt haben wie an Gott und sein heil. Evangelium, so dürfenwir bei Euch nur unterstellen, daß Ihr wirklich der Meinung seid,die neuen Kirchengesetze benachtheiligten diegottgegebene Freiheitder kath. Kirche, obgleich wir die reifliche Ueberzeugung tragendaß diese für den Staat hochnothwendigen Gesetze auch in bester