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Das letzte Gericht
Entstehung
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15det, ja erschrocken:Herr, wann sahen wir dich hungrig,und speis'ten dich; durstig, und tränkten dich, einenGast und beherbergten dich; nackend, und bekleidetendich; krank oder gefangen, und kamen zu dir? DerKönig erwiedert: Wahrlich, ich sage euch, was ihrgethan habt Einem unter diesen meinen geringstenBrüdern, das habt ihr mir gethan. Nun, da liegtes ja am Tage! Was denn?Daß die Selig-keit sich auf die guten Werke gründet! Ei, wasWerke! Die Werke kommen hier nicht als Erwerb-grund des Lebens, sondern nur als Zeichen des Sin-nes und der innern Verfassung in Betrachtung, wel-cher das Himmelreich verheißen ist. Hört ihr nicht,Ich war hungrig, durstig, nackend, und Mich habtihr gespeiset, getränket und gekleidet. Ich, Mein,Mir, Mich, das sind die Worte, auf denen hierder Nachdruck ruht. Jesus war das Leben dieserLeute; Ihn suchten, Ihn liebten, Ihm lebten, Ihmhingen sie an; um Seinetwillen thaten sie dies unddas, auf Ihn hofften, trauten und trotzten sie; durchIhn wollten sie selig werden, und so einzig undallein durch Ihn, daß sie erschrecken, wie der Königvon Werken zu reden anhebt; sie erschrecken, sowenig haben sie es darauf angelegt, einen Schatzvon Werken sich zu sammeln, um damit was vorGott zu gelten; sie erschrecken, so tief sind sie über-zeugt, daß, komme es auf Werke an, sie in Wahr-heit nichts zu hoffen hätten. Sie erschrecken, alsob sie sagen wollten: Herr, verthaten wir uns darinetwa, daß wir dich, dich für unsere einzige aberauch hinreichende Gerechtigkeit gehalten? Herr, müssenwir in einer eigenen Gerechtigkeit erscheinen, so ists ausmit uns, und wir sind verloren! Mit Einem Worte,sie charakterisiren sich in der Entgegnung, die derHerr ihnen in den Mund legt, als Leute, die ihrer