14lösung. O Tiefe, o Herrlichkeit in jenem Richter-ſpruche! Die Seliggeprieſenen haben ihn gehört, undliegen voll anbetenden Entzückens zu des KönigsFüßen. Da wendet sich der König zu denen zu sei-ner Linken. Ein großes Volk. Glänzende Notabi-litäten drunter. Manche Namen, welche die Weltge-schichte feiert. Helden, Gelehrte, Dichter ersten Ran-ges. Ehrsame auch, die man als Tugendmuster pries.Fromme selbst nach einem gewissen Maaß und SchnittPrediger gar, Beichtväter, Kirchenhäupter. Ueberdiese geht keine Liebessonne auf. Der König schautin ernster Majestät auf sie herab, und sein Urtheil-spruch für sie? — Ach der grellste Gegensatz vonjenem. Dort: »Kommet her!« Hier »Gehet weg vonmir. Dort Ihr Gesegneten meines Vaters hier!»ihr Verfluchten; Dort »Ererbet das Reich; hierGehet hin ins Feuer! Dort Das Reich, das be-reitet ist euch Kindern; hier. Das Feuer, das berei-tet ist dem Teufel und seinen Engeln! — O schreck-lich, schrecklich, So aber wird der König sagen, undso zärtlich er das eine Urtheil sprechen wird, so ruhigund so fest das andere. Hier wie dort verherrlichtsich der große Gott. Der Himmel mit seinen Halle-lujas preis't seine Gnade, die Hölle mit ihrem Angst-gestöhne seine Gerechtigkeit und Wahrheit.Aber wo doch in aller Welt liegt der Grund soentgegengesetzter Urtheilssprüche? In dem Dasein oderNichtdasein des Einen liegt er, dessen wir vorhin ge-dachten. Hört den König. Er spricht zu denen zuseiner Rechten: Ich bin hungrig gewesen, und ihrhabt mich gespeiset, durstig, und ihr habt mich ge-tränket: ein Gast, und habt mich beherbergt; nackend,und ihr habt mich bekleidet; krank, und ihr besuchtetmich, gefangen und ihr seid zu mir gekommen. Ersprichts; da entgegnen die Gerechten verlegen, befrem-
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