16Sündigkeit und Ohnmacht sich tief bewußt, einenandern Grund der Hoffnung und des Heils nichtkannten, als Jesum und dessen blutiges Mittlerwerk;und diese Gesinnung, Glaube in der Schrift genannt,die allerdings nicht anders kann, als in lieblichenFrüchten der Gottseligkeit, und namentlich in thäti-ger Liebe zu den miterlösten Brüdern und in derGemeinschaft der Heiligen sich offenbaren und bewäh-ren, diese Gesinnung, ist sie auch nicht die Gerech-tigkeit, die vor Gott gilt, selbst, so ist sie doch dieunterscheidende Signatur der Glücklichen, für welcheJesus am Kreuze hing, und denen der stellvertretendeGehorsam dieses großen Hohenpriesters als ihr eignergöttlich zugerechnet ward. — Die zur Linken gebennicht minder ihren innersten Grund heraus. Wiesie das Wort des Königs hören: Ich bin hungriggewesen, und ihr habt mich nicht gespeiset; durstig,und ihr habt mich nicht gekränket; ein Gast und ihrhabt mich nicht beherbergt; nackend und ihr habtmich nicht bekleidet, krank und gefangen, und ihrhabt mich nicht besuchet. Da legen auch sie Protestein und entgegnen: Wann sahen wir dich hungrig,durstig u. s. w. und haben dir nicht gedient; offen-baren darin aber nur eine geistliche Stellung, die derStellung derjenigen zur Rechten schnurstracks ent-gegensteht. Während jene sich erniedrigen, erhöhensich diese. Während jene sich beschuldigen, sind diesenur beflissen, sich zu entschuldigen und rechtfertigen.Während jene ihre Armuth an Tugenden bekennen,geben diese zu verstehen, daß hätten sie je ihn hungrig,durstig, nackend gesehen, sie auch ihm geholfen habenwürden, wie wir so Vielen halfen. Aber eben daßsie Ihn nicht sahen, Ihn nicht suchten, Ihn nichterkannten, Ihn nicht liebten, auf Ihn nicht hofften,Ihn nicht meinten in ihrem Thun, um Seinetwillen
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten