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Das letzte Gericht
Entstehung
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11welchem es dem moralischen Werthe nach nurerlei Menschen giebt auf Erden. Blickt in das Evan-gelium hinein, und überall begegnen euch nur dieZweierlei: Kinder des Lichtes und der Finsterniß,Gottes und des Teufels Kinder, Wanderer auf dembreiten Wege, Wanderer auf dem schmalen. Wieles't ihr selbst in unserem heutigen Texte? Er wirdsie von einander scheiden, wie ein Hirte die Schafevon den Böcken scheidet, und wird die Schafe zuseiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Lin-ken. Also Böcke nur und Schafe. Innerlich be-stand der Unterschied schon lange, nun wird er auchnach außen herausgestellt. Scheiden, trauri-ges Wort! und diese Scheidung ist auf ewig. Nocheinmal grüßt da der Freund den Freund, der Bru-der den, der mit ihm unter Einem Herzen lag, derGatte die Gefährtin seines Lebens, der Prediger dieihm anbefohlen gewesene Gemeine. Dann handeltsichs um was? Ob wir einander lieb gehabt?Ob wir gern beisammen blieben? O handelte sichsdarum nur! Aber darum gehts alsdann, ob wir aufeinem und den rechten Grund gestanden, und dar-um allein. Und stand nun der darauf, du abernicht, wehe, so nehmt Abschied von einander, küssetnoch einmal euch zum Lebewohl; denn dann tritt dieTrennung ein, und nein, nicht Thränen, nicht Fuß-fälle, nicht Bitten können sie verhindern. Ihr sehteuch dann in alle Ewigkeit nicht wieder. Leset, wasLucas 17 geschrieben steht: Zween werden mit ein-ander auf dem Felde sein, Einer wird angenommen,der Andere verlassen werden. Zween werden mahlenan einer Mühle: angenommen wird die Eine, dieAndere verlassen. Zween werden auf einem Betteliegen: der Eine wird angenommen, der Andere ver-lassen werden. Wenn man sich da hinein läßt, wie