10keine Herren mehr giebt und keine Knechte; wie hierWürden und Titel leere Klänge sind, Orden- undEhrenkreuze ein schimmernder Kindertand; wie hierder Unterschied zwischen Reich und Arm, Vornehmund Geringe als ein wesenloser wegfällt, die Wortegeistreich und geistesarm, berühmt und unberühmtihre Bedeutung verlieren, ja der Dichterlorbeer alsdürres Laub zerstiebt, der Ehrenkranz menschlicherWissenschaft nicht minder: so ist hier auch bleich undglanzlos Tausendfaches, was eine Welt als hohesVerdienst gerühmt, als glänzendste Entfaltung desGeistes und der Thatkraft angestaunt, ja als ewigerKronen würdig bewundert und vergöttert hat. IhrDenkmäler menschlicher Kunst, Genialität und Kraft,Bildwerke, Statüen, Schriften von Gelehrsamkeitstrotzend, Poesien, die Millionen gerührt, Tempel-hallen und Paläste; ja ja, ihr hattet eure Zeit; nunaber ist sie abgelaufen. Ein Sturm der Vernichtungergreift jetzt Alles, was von dieser Welt ist, undaus ihrem Geist geboren, daß es höheren göttlichenDenkmälern die Stelle räume. Und es gilt da Einsnur, es sindet Eins nur Anerkennung. Wird diesesEine gefunden in eines Zöllners Brust, so wird derZöllner angenommen, der Heilige, dem das Einefehlt, verworfen. Besitzt es der geringste Tagelöhner,der Tagelöhner wird erhöht, der König, der es nichtbesitzt, hinweggewiesen. Denn ein Surrogat fürjenes Eine giebt es nicht. Kein Adel, keine Würde,keine Tugend, kein Werk vermag das Eine, wo esmangelt, zu ersetzen. Auf dieses Eine kommt Allesan, und dieses Eine begründet den ganzen Unterschied,der zwischen Menschen und Menschen vor dem Herrnbesteht.Rein, wir sind es nicht, die das bei der Weltso verhaßte Eintheilungsprincip erfunden haben, nach
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten