9Nlen, ob diese Lehre von Gott sei, oder ob erihm selber rede. Ach an Ueberzeugungshülfen gebraches nicht. Sie aber wollten nicht, daß Dieser übersie herrsche; sie mochten die Ehre ihm nicht geben,die ihm gebührt. Nun müssen sie, doch ohne Lohn.Wer in dem Gekreuzigten die Herrlichkeit Gottesnicht erkannte, dem ist einst der Anblick derjenigendes Erhöheten Signal der Verdammniß.II.Sehen wir nun von dem erhabenem Gemäldeweiter die Schleier weichen. Der Richter ist zur Stelle.Die Posaunenklänge der Auferstehung drangen durchdie Gräber, und alle Völker stehn vor seinem Thron,denkt, vor des tausendfach verkannten und verschmäh-ten Jesu Thron versammelt. Auch du mein Freund,auch du, auch du! Und Er ist die höchste undletzte Instanz. An Seiner Entscheidung hängt nunAlles. Der Welt Urtheil wird hier für nichts geach-tet. Merkts euch, wir — sind nicht Richter, obwohlwir tausendmal uns anmaaßen, es sein zu wollen.Und dann lebt freilich nicht Isaak bloß vor Gott;dann lebt auch Ismael. Dann lebt jeder gemüthlicheMensch schon, jeder angenehme Gesellschafter, jeder,der uns nur nützt, uns amüsirt und unserer Eigen-liebe nicht im Wege steht. Leben und leben lassen,heißt unser Grundsatz, und unsere Losung: „AllenSündern soll vergeben und die Hölle nicht mehr sein!Doch wir judiziren wie in den Tag, so in den Wind,hinein. Wir sind nicht Richter, sondern ein Andererhat das letzte Wort, und der mißt mit einem andernMaaß und wiegt auf einer andern Waage. Vorseinem Throne erreichen die menschlichen Schätzungenund Werthanschläge ihre Endschaft. Wie es hier
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten