Druckschrift 
Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
Entstehung
Seite
115
Einzelbild herunterladen
 

115Stellung veränderte, eine Stunde weit, bis zu dem DorfeSt. Legal marschiren. Die Husaren hatten die Avant-und ich mit den Lanziers die Arriere=Garde. So wie un-sere Spitze das genannte Dorf erreichte, wurde ich heftigattakirt, hielt den Feind jedoch so lange auf, bis das Ba-taillon eine Position genommen haben konnte. Wie esindeß bei jedem Ueberfall zu geschehen pflegt, so wurdenauch hier verderbliche Fehler gemacht. Das Bataillon tratnicht rasch und entschlossen genug auf; ich hatte das Feuerder ganzen Infanterie in der Flanke auszuhalten, undwurde mit der Kavallerie so handgemein, daß wir uns gegen-seitig mit den Fäusten von den Pferden rissen. Jetzt fingnun das Bataillon statt mit dem Bajonette einen raschenAngriff zu machen, sein Feuer an; dies mußte ich nochzum Theil mit aushalten! die Hälfte meiner braven Mann-schaft lag bereits todt auf der Wahlstatt; mit dem Restsuchte ich mich an den linken Flügel des Bataillons anzu-schließen. Das Gefecht hatte schon 4 Stunden gedauert;die Infanterie, bei gänzlichem Mangel an Munition ver-suchte noch eine Bajonett=Attake, kam aber leider dabeiin Unordnung. Ich griff also noch einmal, mit dem Resteder Meinigen an, und verschaffte dadurch dem BataillonZeit, eine kleine Anhöhe zu gewinnen. Auf dieser sammelteich noch 11 Lanziers und 3 Husaren; meine Leute, begei-stert, riefen: Herr Lieutenant! kein Pardon! DiesenMuth alsofort benutzend, stürzte ich mich noch einmal aufden Feind, um mich wo möglich durchzuhauen, oder als