90schimpft wurden, viele Civilbeamte, welche früher diefranzösische Regierung bis in den dritten Himmel erhobenhatten, waren nun allem Französichen auf einmal gram ge-worden und verketzerten uns Arme als Erzfranzoſen. Kurzwir wurden ganz schlecht aufgenommen und jämmerlichbehandelt, weil wir Frankreich gedient hatten, ob-schon dieser Grund um so lächerlicher erschien, als wir andieser Versetzung nach Frankreich wirklich so unschuldigwaren, wie die Kinder. Wir hatten nur unsre Schuldig-keit gethan, aber diese Herren Beamten wollten nichterkennen, daß getreue Pflichterfüllung unter allen Umstän-den eine Tugend des Soldaten ist. Zwar hatten sich diemeisten von uns, vom Gemeinen bis zu dem Grade, densie nachher inne hatten, empor geschwungen, doch auch dieskonnte uns nur zur Ehre gereichen. Die Unteroffiziereund Soldaten wurden vorläufig bis auf einige Wenige,welche keine Angehörigen mehr hatten, in ihre Heimathentlassen. Die Offiziere erhielten auf ein paar TageQuartier und konnten dann zusehen, wie sie unterkamen.Es wurde zwar halber Sold versprochen, doch vor derHand nichts bezahlt, und als wir uns endlich in corporezum Gouverneur verfügten und nach vieler Mühe vorge-lassen wurden, speiste man uns mit einer nichtssagendenEntschuldigung ab. Späterhin erhielten wir den halbenSold richtig bezahlt. Einer unserer Staabsoffiziere, wel-cher auch von dem herrschenden Geist angesteckt war, unddie meisten der Herren Offiziere gar nicht kannte, wurde
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Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
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