91unglücklicher Weise aufgefordert, gutachtlich über uns zu be-richten. Er entledigte sich dieses Auftrags, auf eine Artdie ihn in seiner Kurzsichtigkeit selbst schänden mußte, dennwas muß die Allerhöchste Behörde sich für eine Vorstel-lung von einem Truppentheile gemacht haben, über denein solcher Rapport gemacht wurde. Diese Liste ist später-hin originaliter in Cirkulation gekommen, und wiewohlohne Unterschrift, ist dennoch der Verfasser sehr wohl zuerkennen. Indessen das Machwerk ist zu abscheulich, alsdaß es der Mühe lohnt, desselben noch hier weiter zu er-wähnen. Mehrere Offiziere, welche später das Glück hat-ten in Königlich Preußische Dienste aufgenommen zu wer-den, haben durch ihre Führung bewiesen, wie irrig derUrheber jener Liste sie beurtheilt hat. Wie edel hatte sichdagegen der Chef der Lanziers seiner Pflicht entledigt, deralle seine Offiziere der Wahrheit nach als tüchtige Leute schil-derte, so daß sie 1815 auch fast alle bei dem K. Preuß. Heereangestellt wurden. Dagegen gelang es nur sehr wenigenvon der Infanterie, bei den Feldregimentern placirt zu wer-den, wo sie doch Gelegenheit gehabt hätten, ihre Lage undihr Schicksal zu verbessern, so wie ihren Muth offenkun-dig zu zeigen. Indessen können wir nicht umhin, dank-bar hier anzuerkennen, daß die Königlich PreußischenHerren Generäle, so wie sämmtliche Herrn Offiziere unsbei jeder Gelegenheit unser Schicksal, so viel dies in ihrenKräften stand, erleichtert haben.Dies war das traurige Ende eines Truppentheils,
Druckschrift
Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten