89und theils in Bourgeul untergebracht, wo sie, wie jederandre Gefangene, Gefangenschaftssold erhielten. Diese Be-handlung, aus welchen Motiven dieselbe auch hervorgehenmochte, war höchst empörend, denn mußte man uns vor-sichtshalber entwaffnen, so hätte man uns doch mindestensdas bischen früheren Sold lassen sollen. Zu dem war essehr wohl bekannt, daß zwei so kurz aufeinander folgendeFeldzüge auf die Oekonomie der Offiziere nicht anders alssehr nachtheilig gewirkt haben mußten. Als sich im Jahre 1814,im März, die hohen Alliirten der Hauptstadt Frankreichsnäherten, mußten wir unsern Aufenthalt verlassen und wa-ren bereits auf dem Wege nach Chambery. Doch kaumin Poitiers angekommen, traf ein Courier mit der wich-tigen Nachricht ein, daß Napoleon abgedankt, undLudwig XVIII. den Thron seiner Väter wieder bestie-gen habe. Wir erklärten nun, nicht weiter marschiren zuwollen und erhielten auch die Erlaubniß, bis auf weiterenBefehl, wieder in unser Kantonement gehen zu dürfen.Am 22. März langte endlich die Ordre an, daß wir inunsere Heimath zurückkehren sollten, welcher Marsch dennauch gleich über Tours u. s. w. angetreten wurde. Den10. Mai 1814 langten wir in Düsseldorf an.Das bergische Land wurde damals im Namen derhohen Alliirten, provisorisch von einem Civil=Gouverneur,dem Herrn Justus Gruner, verwaltet. Alles hatte sichhier so geändert, daß wir in unserm eignen Vaterlande alsFremdlinge betrachtet, wohl gar mitunter Verräther ge-
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Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
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