75sche noch so kräftig gebraucht, daß die Russen von ihremAngriffe abließen. Am 3., 4. und 5. mußte das 9. Korpswelches nur noch einige 100 Mann stark war, die Arriere-garde nehmen; es löste sich aber auch dieses kleine Korpsnoch auf, so daß der Herzog allein mit einigen wenigenOffizieren am 5. in Smorgoni, auf der großen Straßevon Smolensk eintraf. Hier ertheilte der Kaiser seineletzten Befehle; hier erschien das berüchtigte 29. Bülletinund von hier ging der vor kurzem noch so Mächtige, dieArmee verlassend, nach Frankreich, in möglichster Eile zu-rück. Mürat, König von Neapel, früher Groß=Herzogvon Berg, erhielt nun den Befehl über die Trümmerder Armee. In Smorgoni blieben viele aus Entkräf-tung liegen, unter andern von den Bergischen der Adju-tant Braun. Es trat jetzt eine strenge Kälte ein, welchesich bis auf 27 Grad steigerte. Von Wilna aus warenuns zwar frische Truppen entgegen gekommen, allein siekamen nur an, um unser Schicksal zu theilen. VonSmorgoni aus drängte sich nunmehr die ganz aufge-löste Armee den 6. bis Osmiana, den 7. bis Med-nicky, den 8. bis nach Wilnaz in jeder Nacht erstarrtentausende der Unseren. Man sah sie, die Glücklichen! desMorgens auf ihren Tornister, den Kopf auf die Händegestützt sitzen, durch die Kälte in Schlummer gewiegt underfroren. Bei Wilna angekommen, stopfte sich die Massevom Thor an fast auf eine Meile Weite; In der Ver-wirrung waren mehrere Wagen durcheinander gefahren und
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Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
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