61Armee kam von Moskau herangezogen, größtentheils oh-ne Waffen und vermummt in allerhand abentheuerlicheKleidung. Im höchsten Grade zerlumpt und abgezehrt,gleich Sceletten, den Gräbern entstiegen, wankten sie, einStück Holz zur Stütze in der Hand, starr vor sich hin-sehend, an uns vorüber. Das 9. Korps theilte sofortVorräthe von Lebensmitteln mit diesen Unglücklichen,seinenicht ahnend, daß ihm das nämliche Loos in Kurzem be-vorstehen werde. Viele vergossen Thränen bei dem An-blick solch niegesehenen Elendes. Endlich erschien derKaiser in einem schlechten Pelzrocke, mit einem Stock inder Hand, umgeben von einem Theil seiner alten Gardeund seinem Generalstabe; bei seinem Erscheinen rief das9. Korps sein vive l'Empereur. Er hatte diesen sonstso gewöhnlichen Ruf wohl lange nicht mehr gehört, undob er gleich dankte, so blieb er doch finster und schien dem9. Korps einen Vorwurf machen zu wollen, daß esWittgenstein nicht vernichtet und ihm seinen Rückzugbesser gesichert habe. Das 9. Korps nahm nun Arriere-garde, wobei die Berger und Badner wieder die Aller-letzten waren. Am 25. konnten nur einige Stunden We-ges zurückgelegt werden; der Kaiser welcher nunmehr durchden Herzog von Reggio sichere Kunde erhalten hatte,daß die Brücke bei Borisow abgetragen und der Wegnach Minsk durch den Admiral Tschitschagof ver-sperrt war, schwankte jetzt unschlüssig, welche Richtung ernehmen sollte, um dem drohenden Verderben zu entgehen;
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Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
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