Muckerau und unser rechter Flügel lehnte sich an dieWeichsel. Die Laufgräben wurden unverzüglich eröffnet.In der Festung kommandirte ein tapfrer Degen, der 73jährige Courbière; einige Ausfälle wurden so gut diri-girt, daß jedesmal unsere Arbeiten zerstört, und die Ge-schütze in mehreren Batterien unbrauchbar gemacht wur-den. Als endlich die Belagerungs=Werke so ziemlich vor-geschritten waren, kam der Friede zu Stande und die ber-gischen Truppen marschirten am 16. Juli über Tuchel,Kalisch u. s. w., nach Stralsund, wo sie am 1.August anlangten und am 6. ein Lager vor dem Tripp-see'r=Thore bezogen. Die Stadt wurde förmlich belagert.Das Belagerungskorps bestand aus Franzosen, Italiänern,Spaniern, Bayern und Bergischen, welche sämmtlich vondem General Brune kommandirt wurden. Der Königvon Schweden war selbst in Stralsund gegenwärtig;im Hafen lagen englische Kanonierböte und feuerten oftso unsinnig in's Blaue hinein, daß es fast schien, als obsie uns nur deshalb die Kugeln zuschickten, um sie gegendie Stadt zu gebrauchen. Unsre Soldaten erhielten einigeSous für jedes Stück, und so blieb denn auch keine liegen.Der ritterliche König Gustav ließ uns mehr-mals durch Parlementäre zu wissen thun, daß Er, wennwir die Arbeit in den Laufgräben fortsetzten, mit allenGeschützen auf uns feuern lassen würde, was denn auchrichtig jedesmal erfolgte. Wir waren indeß in dem losenBoden sehr gut gedeckt und das Feuer schadete uns wenig..
Druckschrift
Erinnerungen aus den Feldzügen der bergischen Truppen in Spanien und Rußland
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten