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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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5go DAS ENDE

unfrommer Ordensleute, mit welchen sich die ausgelassene Ju-gend verband."Die Gründe ihrer Hinrichtung", schreibt JohannCambi 108 ,waren diese, daß er nämlich wider Rom und die römi-schen Prälaten predigte und prophezeite, Gott wolle die Kircheerneuern, und die gegenwärtigen Trübsale seien die Strafe fürdie römischen Frevel und Sünden, und daß er sagte, man wollein Florenz einen Tyrannen einsetzen . . . und daß er die Lastergeißelte, besonders das Spiel und die Sodomie, und daß er ver-langte, man solle die Sodomiten verbrennen. So brachte er dasganze Volk und besonders die lasterhaften Ordensleute widersich auf . . . Als Ketzer wurde er von einem Manne verbrannt,der selbst nicht an Christus glaubte."

Wie schon während seines Lebens, so gingen die Urteile derZeitgenossen über den Frate auch bei seinem Tode weit auseinan-der. Am schroffsten sprach sich über ihn Peter Vaglienti aus,einer seiner heftigsten Gegner.Er war", schrieb er 100 ,ein teuf-lischer Mensch, der es ausgezeichnet verstand, den Heiligen zuspielen und die Leute zum Narren zu halten. Ich bin fest über-zeugt, seine wahre Absicht, wäre er mit ihr herausgerückt, gingdahin, sich anbeten zu lassen. Wäre es ihm gelungen, die Leutezu verführen und zum Glauben an die Heiligkeit seines Werkeszu bekehren, er wäre ein zweiter Mohammed geworden." Viel vor-sichtiger äußerte sich Thomas Sardi, Dominikaner von St. MariaNovella, derselbe, der ihm auf seinem Todeswege das Ordens-kleid abnahm. In seinem der göttlichen Komödie nachgebildetenGedichteDie Seele auf der Pilgerschaft" (L' Anima Peregrina")hält er ihn zwar des Todes für schuldig, wagt ihn aber nicht indie Hölle zu verdammen, sondern versetzt ihn lediglich ins Feg-feuer, wo er ihm auf seiner geistigen Wanderschaft durch dieEeiche des Jenseits begegnet und die Frage vorlegt 110 , ob er ge-irrt und sein Schicksal verdient habe? Der Frate antwortet nunzwar mit Ja, erklärt aber zugleich, er sei sich des Irrtums, den erdurch seinen Ungehorsam gegen den Papst beging, nicht bewußtgewesen, gleichwohl aber von Gott mit dem Tode hierfür gebüßtworden. Wenn er mit seiner Predigt dem päpstlichen Verboteund dem Banne zuwiderhandelte, so habe er dies nur zum Bestender Kirche getan, um ihr ; die unter die Räuber gefallen war, Ölauf die Wunden zu gießen. Er habe sich so wenig für strafwürdiggehalten, so wenig der Arzt, der seinem Herrn die Wunde auf-