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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
579
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DIE WEGZEHRUNG. 5 7 g

unter einem Papste namens Clemens geschehen" 45 . Niccolinischwankte zwischen Glauben und Unglauben hin und her, zeich-nete aber die Worte immerhin auf; er erlebte dann zwar nochdie Wahl Clemens VII, nicht mehr aber die furchtbare Bedräng-nis seiner Vaterstadt unter ihm während ihrer Belagerung durchdas kaiserliche Heer 1527.

Als der Morgen angebrochen war — es war Mittwoch 23. Mai1498, der Tag vor Christi Himmelfahrt — wurden die dreiMönche in die Kapelle des Signorenpalastes geführt, um derheiligen Messe beizuwohnen und die heilige Kommunion als letzteWegzehrung zu empfangen. Der Frate erbat sich die Gnade, dieheilige Hostie in die Hand nehmen zu dürfen, und richtete sodannfolgendes Gebet an sie: „Herr, ich weiß, daß du wahrer Gottbist, Schöpfer der Welt und der menschlichen Natur. Ich weißes, daß du die vollkommene, unsichtbare und unzertrennlicheDreifaltigkeit bist, in drei Personen geschieden, Vater, Sohn undHeiliger Geist. Ich weiß, daß du das ewige Wort bist, vom Himmelauf die Erde in den Schoß Maria der Jungfrau herabkamst unddas Holz des Kreuzes bestiegest, um dein kostbares Blut für unsarme Sünder zu vergießen. Ich bitte dich, o mein Tröster, deinso kostbares Blut möge nicht vergebens für mich geflossen sein,sondern zur Vergebung aller meiner Sünden gereichen, für dieich dich um Verzeihung bitte vom Tage an, da ich das Wasserder heiligen Taufe empfing, bis zum gegenwärtigen Augenblicke, undich bekenne dir, Herr, meine Schuld. Ebenso bitte ich dich umVerzeihung für das, worin ich dieser Stadt und diesem ganzenVolke in geistlichen und weltlichen Dingen Anstoß gegeben odersonst unwissentlich geirrt haben sollte. Und demütig bitte ichalle hier umstehenden Personen um Verzeihung, und daß sieGott für mich bitten, auf daß er mich stärke bis zum letztenEnde, und der böse Feind keine Gewalt über mich habe. DeineGüte selbst zwinge dich, unsere Sünde durch Schonung zuüberwinden und unser Verlangen nach deiner Anschauung zustillen 46 ". Und nachdem er diese Worte gesprochen hatte, genoßer das heilige Sakrament.

Die Messe war kaum zu Ende, als auch schon die Schergenerschienen, um die Mönche zur Richtstätte abzuholen. Silvester,bisher ganz verzagt und niedergeschlagen aus Furcht vor demTode, war nun auf einmal wie umgewandelt und strahlte von

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