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1 (1924) Das Leben
Entstehung
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DAS ENDE

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nur zu ihrer Tafel ein und brachten ihm reiche Geschenke —Hieronymus Martelli, der vertraute Freund des Augustinergene-rals Marian von Gennazano, führte ihm auch ein hübschesflorentinisches Mädchen zu, das aber um des äußeren Anstandeswillen als Knabe gekleidet war 20 .

Schon am 20. Mai, am Tage nach seiner Ankunft — es war einSonntag —, begann Romolin das Verhör mit den Mönchen, daser gern für sich allein vorgenommen hätte. Hievon wolte jedochdie Signorie aus begreiflichen Gründen nichts wissen. Sie hieltes nicht für zweckmäßig, dem Spanier mit der unbeschränktenGewalt über die Mönche Gelegenheit zur Überprüfung der frühe-ren Verhöre, die zu neuen Ergebnissen hätte führen können, ein-zuräumen 21 , sondern gesellte ihm fünf Mitglieder der höchstenBehörden als Beisitzer zu 22 . Ceccone, wiederum als Notar beige-zogen, stellte den sog. Dritten Prozeß 23 zusammen, der dieFragen und Antworten der von Romolin geleiteten Verhöre mitdem Frate enthalten sollte und bezüglich seiner Glaubwürdigkeitganz auf der Stufe seiner beiden Vorgänger steht. Schon die vielenAbweichungen, Lücken und Zusätze, welche die Handschriften,in welchen er überliefert ist, aufweisen 24 , müssen mit Mißtrauengegen ihn erfüllen; übrigens ward er seinerzeit weder öffentlichverlesen noch gedruckt. Romolin eröffnete das Verhör mit derErklärung, er sei vom Papste nicht geschickt, um politischeDinge zu erfahren, sondern nur, um zu hören, was der Frate überdie bevorstehenden Trübsale und über die Erneuerung der Kirchegepredigt habe; er frage ihn daher, woher er dies gehabt undgeschöpft habe? Das Gesicht dem Kreuze zugewandt, gab derFrate zur Antwort: „Ich habe es von Gott, und wenn dem nichtso ist, o Gott, so sei ich verdammt!" Da erhob Peter degli Albertidie Hand, um ihn zu schlagen, wie einst der Knecht den Erlöservor Pilatus 25 . Die Tatsache, daß der Frate auf Romolins Frageam g öttlich en Ursprünge seiner Prophetie'i'esthielt, ist unbestreit-bar 26 . Dem dritten Prozesse gemäß soll er jedoch bekannt haben 27 ,alles, was das erste und zweite Mal geschrieben und von ihmunterschrieben wurde, sei wahr, und er sei den Bürgern zumDanke verpflichtet, daß sie so sanft (dolce) mit ihm umgingen.1 Wenn er anfangs nicht -gleich alles gesagt habe, so sei es ge-schehen, um seinen Stolz zu verbergen; aber angesichts der Sanft-heit (dolcezza), die man ihm habe angedeihen lassen, habe er