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1 (1924) Das Leben
Entstehung
Seite
573
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DIE PÄPSTLICHEN KOMMISSÄRE 673

was sie beschließen sollen, viele sprechen daher vieles, und vieleschreien nur noch mehr. Die Brüder sind vom päpstlichen Bannemündlich losgesprochen, nicht aber von dem des Ordensgenerals.Wir warten auf ein Schreiben aus Rom und auch auf den General,der, wie es heißt, nach Ferrara 13 geht. Ist dies geschehen, sokomme ich zu euch."

Allein so rosig, wie Jakob von Sizilien die Dinge sah, lagen sienicht. Am 13. Mai verbreitete sich die Nachricht von der Ankunftder päpstlichen Kommissäre und von der Bewilligung dreierZehnten über den Welt- und Ordensklerus. Bitter bemerkten diePiagnonen: „Dieser unser Frate wurde um 30 Denare verkauftwie der Erlöser, denn dreimal zehn macht dreißig. Bemerke über-dies, daß sich viele Priester über das Unglück des Frate freuten,und nun traf es sie selbst 14 ." Am 19. Mai trafen die Kommissäreein: Joachim Turriani, der General des Dominikanerordens, undFranz Romolino, Auditor des Statthalters von Rom. Zu Lerida inAragonien 1462 geboren 15 , hatte er zu Pisa die Rechte studiert. AlsGesandter des Königs von Aragonien kam er nach Rom und be-schloß, hier zu bleiben und sich der aussichtsvollen kirchlichenLaufbahn zu widmen, obschon er in seiner Heimat ein ihm recht-mäßig angetrautes Weib zurückgelassen hatte, das sich nun in einKloster zurückzog. Er war schlau und gewissenlos genug, Cesare ♦

anzuhängen, dem Lieblingssohne des Papstes; so kam er raschvorwärts, wurde apostolischer Notar und Auditor der Rota, desbekannten päpstlichen Gerichtshofs. Schon daß er mit der Nach-untersuchung und Aburteilung des Frate beauftragt war, zeigte,daß er das volle Vertrauen der Borja besaß und zu hohen Dingenauserkoren war. Vom Papste, dem zweiten Herodes, brachte erdie Weisung mit: „Sterben muß er, und wäre er ein zweiter /. ff^yf a^, «^Johannes der Täufer" 1B .A So zog er, zum Henker eher, denn zuetwas anderem geboren 17 , damals noch Laie, in Florenz ein.„Tod dem Frate", tönte es ihm entgegen, als ; er vom Pferde stieg.„Er wird jedenfalls sterben, ich habe das Todesurteil schon inder Tasche", erwiderte Romolin 18 . Die Kommissäre wurden inS. Peter Scheraggio nahe dem Signorenpalaste einquartiert; manwollte die Bürger im Auge behalten, die etwa bei ihnen aus- undeingehen würden 19 . Über die Aufmerksamkeiten, die ihm dieCompagnacci, unter ihnen besonders Karl und Hieronymus Mar-telli, erwiesen, wurden böse Dinge berichtet. Sie luden ihn nicht