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Hasenclever's Illustrationen zur Jobsiade
Entstehung
Seite
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17anzudeuten, daß der Saal eigentlich ein Bibliothek= und Lese-zimmer sei. Wenn man aber die nach der Schnur gestellten Bücher,welche durch kostbare Damast = Vorbänge geschützt und so festgepreßt sind, daß der Bibliothek⸗Diener nur mit Mühe einWerk herausziehen kann, wenn man den getäfelten und glatt polirtenFußboden, den darüber ausgebreiteten reichen Teppich und diesauber gehaltene Tischdecke ins Auge faßt, so sollte man beinahe inVersuchung kommen, alles für Zierrath zu halten und zu glaubendaß der Mann im Bilde über der Thür und die drei Engelchenauf der Bekrönung der Wandfüllungen, als die allein lesendenPersonen, die Benennung Lesezimmer rechtfertigen müßten unddaß der Ausdruck Bibliothek nur in sofern passend bliebe, als esfür den Saal gleichgültig ist, ob er der Bücher oder diese desSaales wegen vorhanden sind. Ich muß hierbei noch einmal aufdas Bild oben der Thür zurückkommen. Es ist das Bildniß Dr.M. Luthers. Nicht ohne Grund ist es an dieser Stelle. Ersteht da als der Oberste und Meister, durch den, und unter demalle in den Saal eingegangen sind, (wenn auch manche davon sichweit über ihn dünken mögen.) Daß er die Bibel liest und dieEngelchen mit ihm, ist ein schöner Zug. Von ihm aus um denSaal herum sind andere Engelchen beschäftigt Muscheln, wie jeneaus der einst Venus zum ersten Mal an das Land stieg, mitKränzen zu verbinden. Eins dieser Wundergeschöpfe ist mit seinerArbeit schon fertig und wiegt sich in den Schlaf. Hier bleibtkein Zweifel mehr, was in den Saal gehört ist lutherisch und dieHerren unten haben eine Frau oder müssen vernünftiger Weisewünschen, eine zu bekommen.Die Examinatoren sitzen recht breit in ihren Stühlen. Nachden verschiedenen Mustern an diesen scheinen sie auf erborgtemGlanze zu ruhen. Nur einer von ihnen steht es ist der Inspector.der Vorstand der ganzen Versammlung. Es stehen auch nochandere, aber das sind die amanuenses, welche in bequemerOrdnung hinten zu Handlanger=Diensten aufgestellt sind und zwischenihrem und seinem Stehen, ist der Unterschied, daß er das Rechthat zu stehen und daß sie stehen müssen.Hieronimus ist mit Zittern und Zagen eingetreten. AlleExamina haben das miteinander gemein, daß man in dem Au-genblicke vor demselben und oft noch über die zweite Frage hinauein einem Zustand versetzt ist, den man Brustbeklemmung nennt.Selbst das Liebes⸗Examen iſt davon nicht ausgenommen. DemHieronimus ist die Beengung am wenigsten zu verdenken. Ersoll jetzt neun Männern vom Fach Rede und Antwort stehen.Hat er auch nicht viel gelernt, so weis er doch, daß viele Hundedes Hasen Tod sind. Unter beständigen Kratzfüßen und mitmöglichst gebogenem Rücken ist er bis zu seiner Stelle gelangt