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Das Gesang- und Künstlerfest zu Düsseldorf : vollständige Festbeschreibung nebst erklärendem Texte zum Künstlerfeste
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Das leitende Comite' hielt es für seine nächste Aufgabe, für die zu erwartendenzahlreichen Festgenossen einen geeigneten und zu der grossartigen Ausdehnung desFestes im Verhältniss stehenden Festplatz zu schaffen. Es war einleuchtend, dass derunter den vorhandenen Lokalen einzig dazu passende schöne Geisler'sche Rittersaaltrotz seiner Grösse nicht ausreichen würde, die Theilnehmer am Feste alle aufzunehmen.Nach vielen Berathungen fasste man endlich den Entschluss, in den schönen Promenadendes genannten Lokals einen eigenen hinlänglich geräumigen Festsaal zu bauen. Demgefassten Beschlüsse folgte rasch die Ausführung, da der Besitzer des Lokals, HerrGreisler, mit der anerkennungswürdigsten Bereitwilligkeit den Wünschen des Fest-Comite'sentgegenkam. Und so erhob sich, denn bald die prächtige Tonhalle, die dem Festeeinen in jeder Beziehung würdigen Anhalts- und Vereinigungspunkt bot. Dieselbesteht, wie schon bemerkt, inmitten der schönsten Gartenanlagen, umfasst drei grosseSchiffe, ist 180 Fuss lang, 76 Fuss breit und 40 Fuss hoch. Die Einrichtung ist inallen Theilen überaus zweckmässig und entspricht durchweg allen Anforderungen, dieman an ein solches Gebäude machen kann. Die Halle gewährt in ihrer inneren Ein-richtung einen imposanten Anblick, Ueber dem Haupteingange zeigen sich ingeschmackvoller Trophäe die Wappen unseres Königshauses und Sr, Hoheit desFürsten von Hohenzollern-Sigmaringen. Die im Hintergrunde errichtete Tribüne istmit dem preussischen und städtischen, so wie mit dem Wappen des Männergesang-Vereines und der KünstlergesellschaftMalkasten" geziert, sie zeigt die Embleme derMusik, der Poesie und der bildenden Künste, die Namen der Heroen derselbenund bewähren den Ciceronischen Ausspruchhabent artes commune quoddam vin-culum et cognatione quasi inter se continentur".

Das Gesimse des mittlem Schiffs schmücken in fortlaufenden Reihen die Namenund Wappen derjenigen Städte Deutschlands, die bei dem Wettstreite concurriren oderbei dem Feste durch Deputationen vertreten sind. Wir lesen dort die Namen vonBonn, Frankfurt, Hannover, Würzburg, Neuss, Darmstadt, Cöln, M,-Gladbach, Detmold,Kreuznach, Barmen, Elberfeld, Crefeld, Dortmund, Zweibrücken, Xanten, während inden Seitenschiffen in Laubkränzen die Namen der kleinern Ortschaften die Wändezieren, als ßurscheid, Langenberg, Bergisch-Gladbach, Dulken, Viersen, Wupperho-ven, Solingen, Wevelinghoven, Lobberich, Kettwig, Sonnborn, Lahr, Lennep, Esch-weiler, Volmerswerth u. s. w. Die Pfeiler und Streben sind in passende Farben ge-setzt und das Ganze bietet besonders am Abend bei einer glänzenden Gasbeleuch-tung einen feenhaften Anblick.

Während so dem Feste ein würdiger Schauplatz geschaffen war, wurden dieübrigen Einrichtungen und Anordnungen zur Aufnahme und zum Empfange der Sanges-brüder aus allen Gauen des weiten Vaterlandesso weit die deutsche Zunge klingtund Gott im Himmel Lieder singt" sowohl von Seiten des Männergesang-Vereines,dem sich alle übrigen Gesangvereine der Stadt angeschlossen hatten, als auch Seitensder Bewohner Düsseldorfs getroffen. Schon am Vorabend des Festes, Samstag den31. Juli, prangte die Stadt im Festschmucke. Alle Häuser waren mit Flaggen,Fahnen, Blumen, Guirlanden und Teppichen geschmückt, die Strassen, die mit Bäu-men bepflanzt waren, glichen einem grossen Lusthaine und überall verkündetenfrohe und heitere Gesichter, dass man einem schönen Feste entgegengehe. Da warkein Haus, keine Familie, die nicht liebe Gäste erwartete, zu deren festlichem Em-pfange überall das Beste uud Schönste aufgeboten wurde.

Die ersten Gäste, welche am Abend des 31. Juli anlangten, waren die Sanges-brüder vom Oberrhein, die von Mainz, Heidelberg, Heilbronn, Frankfurt, Lahr, Mann-heim und Würzburg. Sie wurden durch Mitglieder des Fest-Comite's freundlichstbegrüsst und in die verschiedenen städtischen Gesellschaften eingeführt, in denen siebald heimisch wurden und den Abend beim Becherklang und heitern Scherz verlebten.

Diese alle, so wie die am andern Morgen zeitig angekommenen überrheinischenVereine von Neuss, Gladbach, Crefeld, Viersen, Lobberich, Dülken u, s. w. versam-melten sich am Vormittag des ersten Festtages, am 1. August, an den Bahnhöfen der