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Siedlungsarten in den Hochalpen
Entstehung
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29] Siedlungsarten in den Hochalpen. 427

wildnis einnisteten. Nur an einer Stelle, „Im Winkel", wo die Oetzden Pollesbach aufnimmt, breitet sich ein kleiner Schwemmboden aus.Er trug vor Jahren Felder und Wiesen, wurde jedoch von der Achezu wiederholtenmalen arg heimgesucht und endlich ganz unter grobemSchotter begraben. Ein einziges Gehöft, Dotterschrofen, steht nochauf dem öden Griesfelde. Die anderen, nämlich Platten, Winkel,Brücken, Armlen und Aschbach, haben sich auf die Sturzhalden undauf die steilen, haldenartigen Schuttkegel zurückgezogen. HinterAschbach, wo auch die Halden verschwinden und das Bett der Acheim Felsgrunde liegt, horsten die Leute von Brand, Granstein, Ness-lach und Hochwald auf den glacialen Rundhöckern der Thalwände.Hätte das strömende Eis diese Berghänge nicht bearbeitet, nicht sanftgerundete Buckel aus ihnen herausgedrechselt, sie wären wohl kaumbewohnbar.

Br-andschlueht.Länge 6 km, Siedelungsgürtel 1200—1600 m, Bewohnerzahl 116 oder 19

auf 1 km.

Halden-Siedelungen 26 Bewohner oder 22.4 °/o

Schuttkegel-Siedelungen 17 „ ,, 14.7 ,,

Boden- ,, 9 ,, ., 7.8 ,,

Hang- „ 57 . „ ,', 49.1 „

Rundhöcker- ,, 7 „ ,,6 ,,

Eine volle Hälfte der Ansiedler bewohnt demnach die steilen Hänge,die nur auf vereinzelten Felsvorsprüngen die Errichtung von Wohn-stätten und die Anlage winziger Kartoffeläcker gestatten, im übrigenaber nichts zu bieten haben, als schwer zugängliche Bergmähder undeinen Weidegang für Ziegen.

Wie eine enge Treppe führt uns die Brandschlucht in das vierte,wieder um 100 m höher gelegene Stockwerk des Oetzthales, in dasBecken von Sölden. Den Abschluss dieses letzten grossen Schwemm-bodens bildet nicht etwa eine Sperre von Gehängschutt gleich demGsteig oder dem Maurach, sondern ein Felsriff, das die Ache vonKaiser bis Aschbach in schmaler Klamm durchbricht. Am oberenEingange der Klamm, bei der Brücke unterhalb Kaiser, trifft mannoch glaciale Rundhöcker, deren Scheitel sich nur einige Meter überdas Bachbett erhebt. Von hier bis Aschbach aber bleiben die Rund-höcker auf die Höhe des Felswalles beschränkt, während die Seiten-wände der Klamm nur die Schnittflächen der Wassererosion undunregelmässige Bruchflächen erkennen lassen. Da die Abrissränderder letzteren bereits ziemlich weit zurückwichen, ist es leider nichtmehr möglich, die ursprüngliche Höhe des Seeabflusses zu bestimmen.Man rnuss sich mit dem Nachweise begnügen, dass die Sohle derKlamm, welche die Ache nach dem Rückzuge des Gletschers in denQuerriegel einschnitt, jetzt noch höher liegt, als der unter einer Ge-schiebedecke von unbekannter Mächtigkeit begrabene Felsgrund desSöldener Thalbodens.

Wer dem strömenden Eise die Ausschürfung von Fels wannen