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linken Ufer tauchen sie unter der Stirn des äusseren Schuttkegelsvon Sautens auf, am rechten aber leimen sie sich bis zum Weiler Ebenebastionartig an den Fuss der jäh ansteigenden Thalwand. 2 kmweiter, gegenüber Oetz, blieb in der unbewohnten Terrasse vonBrandach noch ein kleiner Rest der diluvialen Geschiebeablagerungerhalten. Vor dieser obersten Terrasse steigt der Schuttkegel vonSautens bis zum Rinnsal der Ache herab. Er zerlegt das untersteStockwerk des Oetzthales in zwei Wohnräume. Der äussere wirddurch die Terrassen-Siedelungen von Brunnau, Ambach und Ebene,der innere durch die Boden-Siedelungen von Oetzermühl und Oetzgekennzeichnet. Der mächtige Doppelschuttkegel, welcher den Bodenvon Oetz abschliesst, ernährt in den Dörfern Sautens und Pirchet600 Menschen, nicht weniger als 32 °/o der Bevölkerung der ganzenThalstaffel. Neben dem Schuttkegel von Sautens ist nur noch der,welcher den grössten Teil des stattlichen Dorfes Oetz trägt, besiedelt.Die thaleinwärts folgenden unwirtlichen Schuttkegel, welche aus densteilen Schluchten des Acherkogels herabdrangen, werden zu oft vonverderblichen Steinmuhren heimgesucht, als dass sie sichere Wohn-stätten bieten könnten. Erst hinter ihrem Rücken liegt in einemkleinen, von Bergstürzen umrahmten Becken das Dorf lein Habichen.
Die Terrassen-, Becken- und Schuttkegel-Siedelungen des ge-segneten Oetzer Thalgrundes, in welchem trotz der bedeutendenMeereshöhe von 800 m neben Obstbäumen noch Mais und in ge-schützten Lagen sogar die Traube reift, beherbergen im ganzen 69 °/oder Bevölkerung. Der Rest wohnt auf den Hängen, und zwar zumgrössten Teile — 513 : 79 — auf der gegen Mittag schauenden rechtenThalwand. In der Höhe von 1000 m oder 200 m über der Sohleblieben auf beiden Seiten breite Gehängeterrassen, die Ueberresteeines alten Thalbodens, erhalten. Ihre allenthalben vom Gletscher be-arbeitete höckerige Oberfläche bot den Leisten-Siedelungen von Auund Pipurg Raum x ). Die Hang-Siedelungen sind auf das rechte Ge-lände, die Sonnenseite, beschränkt. Sie umfassen die weitzerstreuten,bis zur Schichtenlinde von 1400 m emporsteigenden Einzelgehöftevon Oetzerberg, Schlaft und Stupfreich, die beinahe samt und sondersauf glacialen Felsbuckeln stehen. Schon die Kirche und die vierobersten Häuser von Oetz ragen auf einem glatt gescheuerten Vor-sprunge der Thalwand hoch über den kleinen Schuttkegel empor, derdie übrigen Häuser des Dorfes trägt.
Steigt man von der Kirche gegen Oetzerberg oder auf demKreuzwege gegen Au hinan, so lernt man eine wahre Rundhöcker-landschaft kennen und hat dabei auch Gelegenheit, zu beobachten,dass der geglättete und geschrammte Felsgrund den agricolen Bedürf-nissen der Ansiedler durch einen wohlerhaltenen Moränenüberzug Rech-nung trägt.
*) Au liegt auf der rechten Thalwand, östlich von der Mündung des Stuiben-baches; Pipurg auf der linken, westlich von Oetz. — Ob der 850 m lange und300 m breite Pipurger See ein glaciales Felsbecken füllt, lässt sich nicht sicher-stellen. Er wird zwar in W., N. und O. von Rundhöckern überragt, im SO. aberdurch das Seemaurach, einen alten Bergsturz, abgeschlossen.