13] Siedlungsarten in den Hochalpen. 411
Durch das Hervorbrechen der Schuttkegel aus den Karen derGehänge werden die dahinter liegenden Thalabschnitte, wie das Bei-spiel von Antholz lehrt, zuweilen in Seebecken verwandelt, derenZuschüttung dem Hauptbache und den kleineren Rinnsalen der Seiten-wände vorbehalten bleibt. Neben Muhren und Schuttkegeln könnenauch Bergstürze, die von den Thalhängen niederbrechen, einen stauen-den Qaerwall, einen Seeriegel aufschütten. So setzt der Flachbodendes oberen "Pfitscher Thaies bei Burgum mit einer jähen, gegen 500 mtiefen Stufe ab, welche sich bei genauerem Zusehen als der thalaus-wärts gerichtete Abfall einer durch umfassende Bergstürze der linkenThalwand aufgerichteten Sperre erweist. Der Pfitscher Bach hat dasgegen 10 km lange Seebecken, welches durch diese Bergstürze ab-gedämmt worden war, bereits mit Geschieben ausgefüllt und auchschon den oberen Band der gewaltigen Dammstufe angeschnitten. Erist aber bisher noch nicht dazu gekommen, diesen Schnitt rückwärtszu verlängern, eine Rinne in dem Schwemmboden auszuspülen und sodas versumpfte Becken zu entwässern. Die Dörfer, Weiler und Ein-schichten von Stein, Innerpfitsch, Ausserpfitsch, Burgum, Ried u. s. w.sind daher ebenso wie die Siedelungen der zwei grossen AntholzerBecken auf die Ränder, auf den schmalen Saum von Sturzhalden undkleinen Schuttkegeln beschränkt. Diese Erscheinung kehrte fast inallen Hochthälern wieder und erklärt das auffallende Missverhältniszwischen dem so überaus häufigen Auftreten von Staubecken und dergeringen Verbreitung der an diese Thalform gebundenen Siedelungsart.
Auf Becken-Siedelungen entfallen:von den 1567 Bewohnern des Antholzer Thaies 118 oder 8 °/o
„ „ 9700
11
ii
Tauferer „
218
11
2„
und zwar von
den
3062 Be
sw. des Stammthaies
0
ii
ii
245
,, der Schlucht
7
11
3„
ii
ii
3406
,, des Ahrenthales
167
ii
5„
ii
ii
383
„ „ Weissenbachthal. 0
ii
n
1570
,, ,, Mühlwaldthales
0
n
iin
695343
,, ,, Rainthaies
,, ,, Mühlbachthaies
450
11
6„
von den 3316 Bewoh
nern des
Stubaithales
0
11
11
i, 11 5900
ii
ii
Oetzthales 1549
11
26 „
und zwar von
den
5380 Bew. des Stammthaies 1412
11
26 „
n
ii
123 ,
, ,, Gurglef Thaies
57
11
46 „
ii
179 .
, ,, Venter „
0
ii
ii
106 .
., Sulzthales
80
75 „
n
ii
116 ,
, ,, Ochsengartens
0
von den 4170 Bewohnern des
Pitzthales
65
11
2„
„ „ 1207
ii
n
Kaunser Thaies
0
„ „ 1300
n
:i
Schnalser ,,
30
11
2„
Im Oetzthale, dessen merkwürdige Siedelungsverhältnisse spätereine zusammenhängende Darstellung finden werden. ist der hohe
auf 22.
Wenn man die Felsbecken ausser Rechnung lässt, sinkt der Prozentsatz